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Nr. 134 / August 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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"Birth" von Jonathan Glazer (Drama) | Warner
Trist und ohne Sinn

Ein kleiner Junge behauptet gegenüber einer Frau, dass er ihr verstorbener Mann ist. Nach anfänglichem Zweifeln glaubt sie ihm und bringt Chaos in ihre sonst so starre Welt. In eine Starre versetzt wird leider auch der Zuschauer. So zieht sich der Film hin.

Von Tamara Frommelt.

Nicole Kidman ist bekannt für ihre aussergewöhnliche Rollenwahl. Normalerweise mit Erfolg. Doch bei "Birth" hat sie sowohl ihrem Heimpublikum in Amerika keine Freude gemacht, als auch anderen Fans auf der ganzen Welt. Im prüden Amerika löste der Film Entsetzen aus, da er sich teilweise zu weit ans Pädophile wagt, hier löst er einfach nur Gähnen aus.

Der Beginn des Filmes ist symptomatisch für den Rest des Films: Viele, viel zu lange Minuten sieht man einen Mann aus der Vogelperspektive im winterlichen Park joggen. Die Landschaft ist karg, der Mann so in schwarz gehüllt, dass man ihn nicht erkennt. Nach der endlosen Anfangssequenz, begleitet von trister Musik, bricht er zusammen und stirbt. 10 Jahre später glaubt Anne, den Tod dieses, ihren Mannes verkraftet zu haben und will ihrem neuen Freund Joseph endlich das Ja-Wort geben. Doch dann taucht ein kleiner Junge auf und behauptet, er sei Sean, ihr verstorbener Mann, und er liebe sie. Sie schickt ihn weg, doch am nächsten Tag erhält sie einem Brief, in welchem der Junge schreibt, sie dürfe Joseph nicht heiraten. Jeder Versuch, den Jungen zur Vernunft zu bringen, scheitert. Ein Gespräch mit ihm zeigt, dass er Dinge weiss, die er eigentlich nicht wissen kann. Anna glaubt ihm, ihre Familie ist entrüstet, ihr Ehemann in spe packt die Koffer. Als Anna sich auf Sean, wie der Junge auch wirklich heisst, einlassen will, sagt dieser ihr, er sei doch nicht ihr verstorbener Mann.

Wer sich eine Erklärung erhofft, wartet vergeblich. Der Film hat keine. Man weiss nicht, ob der Junge die Wiedergeburt Seans ist oder ob es eine andere Erklärung gibt. Der Film ist farblos, trist, die Familie konservativ, reich, doch glanzlos. Fast alles ist in schummriges Licht getaucht. Auch Nicole Kidman, der Hollywoodstar, wirkt mit den dunklen, kurzen Haaren mager und blass. Einzig Cameron Bright lässt Staunen, muss doch die Rolle eines Erwachsenen, der in einem Jungen steckt, über Sex spricht und eine Frau küsst, nicht einfach zu meistern gewesen sein. Jonathan Glazer, ein Werbefilmer, der auch schon Musikvideos produziert hat, hat im Jahr 2000 seinen ersten Spielfilm gedreht, "Sexy Beast" mit Ben Kingsley. "Sexy Beast" war sarkastisch, bunt, humorvoll, böse und sehr gut. Also praktisch genau das Gegenteil von "Birth" und ein Must-see. Wenn ich ihn je treffe, werde ich ihn fragen, was er eigentlich mit "Birth" bezweckt hat.

Seit dem 28. Juni 2005 im Handel.

Originaltitel: Birth (USA 2004)
Regie: Jonathan Glazer
Darsteller: Nicole Kidman, Anne Heche, Lauren Bacall
Dauer: ca. 96 min.
Bildformat: 1.85:1
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Audio: Dolby Digital
Bonusmaterial: US-Kinotrailer
Vertrieb: Warner


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