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"Tibet - zwischen Museum und Moderne"
von Zhibin Fu (Dokumentation) | Stamm-Film AG
Tibet auf der Spur
Tibet, das Dach der Welt, gehört
zu den geheimnisvollsten Orten der Welt, nicht allein deshalb,
weil der Zugang bislang enorm erschwert wurde. Nun hat ein Filmteam
um den chinesischen Regisseur Zhibin Fu eine offizielle und unbeschränkte
Einreise- und Filmbewilligung erhalten.
Von Patricia Senn.
Wie unbeschränkt dieser Zugang wirklich
war, bleibt unerwähnt. Auf den ersten Blick macht es den
Anschein, als hätte die chinesische Regierung im Gegenzug
dazu absolutes Stillschweigen über politisch kritische Themen
eingefordert. Doch von Seiten der Filmemacher wird immer wieder
betont, dass man den Tibetisch-Chinesischen Konflikt absichtlich
nicht ins Zentrum gerückt habe, sondern aus einem "neutralen"
Standpunkt das Alltagsleben der Tibeter im Exil und in Tibet
selbst betrachten und dokumentieren wolle. Denn die tibetische
Kultur durchläuft einen Wandel, die Globalisierung ist auch
bis in diesen Winkel der Welt gelangt und fängt an, Spuren
zu hinterlassen, man fürchtet den Verlust traditioneller
Werten.
Während in der westlichen Welt der Buddhismus
zur Zeit hoch im Kurs liegt und es in manchen Kreisen nahezu
zum "Lifestyle" gehört, dem Buddha zu huldigen,
beginnen die Jugendlichen in Tibet nach anderen Wegen der Erfüllung
zu suchen. Diesem anderen Konflikt nun, nämlich dem zwischen
moderner und traditioneller Welt, zwischen den Anschauungen von
Exiltibetern und Im-Land-gebliebenen, die sich dem chinesischen
Regime anpassen mussten, wendet sich der Regisseur zu. In Interviews
mit Tibetern aus Lhasa, Peking, mit Nomaden, Pilgern und einer
Karaokebarbesitzerin nähert er sich der Frage nach der Zukunft
Tibets, nach dessen Platz in einer immer kleiner und schneller
werdenden Welt. Untermalt von eindrücklichen Bildern, wenn
auch einer etwas gewöhnungsbedürftigen Kameraführung,
für welche sich der bislang vor allem im Bereich der Musikvideokunst
tätige Zürcher Aladin Hasic verantwortlich zeichnet,
sollen die gewonnenen Einblicke ins Alltagsleben der Menschen
in Tibet eine Grundlage für Diskussionen über die Bewahrung
und Entwicklung der Traditionen bieten. Ob er tatsächlich
zu einer Annäherung der beiden Konfliktparteien führt,
wie von den Produzenten erhofft, ist hingegen eher fraglich.
Dafür unterstützt das Filmprojekt mit einem Teil der
Einnahmen ein Sozialprojekt im Dienste tibetischer Waisenkinder.
Ab dem 28. Juli 2005 im Kino.
Originaltitel: Tibet - zwischen Museum und
Moderne (CH/China 2005)
Regie: Zhibin Fu
Drehbuch: Zhibin Fu, Andreas Peter
Kamera: Aladin Hasic
Produzenten: Jon-Andri Mantel, Zhibin Fu
Dauer: 74 min.
CH-Verleih: Stamm-Film AG
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