AKTUELL   ARCHIV & SUCHE   NEWSLETTER   INFOS   KONTAKT

Nr. 134 / August 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

IM FOKUS    TV-SERIEN SPEZIAL    PRO/KONTRA    KINO    DVD    FILMFESTIVALS    BÜHNE

 

« ZURÜCK

« ZURÜCK

NUR TIBET-SPEZIAL

WEITER »

WEITER »

Tibet - zwischen Museum und Moderne
Angry Monk
Sieben Jahre in Tibet
Die Salzmänner von Tibet
 

"Tibet - zwischen Museum und Moderne" von Zhibin Fu (Dokumentation) | Stamm-Film AG
Tibet auf der Spur

Tibet, das Dach der Welt, gehört zu den geheimnisvollsten Orten der Welt, nicht allein deshalb, weil der Zugang bislang enorm erschwert wurde. Nun hat ein Filmteam um den chinesischen Regisseur Zhibin Fu eine offizielle und unbeschränkte Einreise- und Filmbewilligung erhalten.

Von Patricia Senn.

Wie unbeschränkt dieser Zugang wirklich war, bleibt unerwähnt. Auf den ersten Blick macht es den Anschein, als hätte die chinesische Regierung im Gegenzug dazu absolutes Stillschweigen über politisch kritische Themen eingefordert. Doch von Seiten der Filmemacher wird immer wieder betont, dass man den Tibetisch-Chinesischen Konflikt absichtlich nicht ins Zentrum gerückt habe, sondern aus einem "neutralen" Standpunkt das Alltagsleben der Tibeter im Exil und in Tibet selbst betrachten und dokumentieren wolle. Denn die tibetische Kultur durchläuft einen Wandel, die Globalisierung ist auch bis in diesen Winkel der Welt gelangt und fängt an, Spuren zu hinterlassen, man fürchtet den Verlust traditioneller Werten.

Während in der westlichen Welt der Buddhismus zur Zeit hoch im Kurs liegt und es in manchen Kreisen nahezu zum "Lifestyle" gehört, dem Buddha zu huldigen, beginnen die Jugendlichen in Tibet nach anderen Wegen der Erfüllung zu suchen. Diesem anderen Konflikt nun, nämlich dem zwischen moderner und traditioneller Welt, zwischen den Anschauungen von Exiltibetern und Im-Land-gebliebenen, die sich dem chinesischen Regime anpassen mussten, wendet sich der Regisseur zu. In Interviews mit Tibetern aus Lhasa, Peking, mit Nomaden, Pilgern und einer Karaokebarbesitzerin nähert er sich der Frage nach der Zukunft Tibets, nach dessen Platz in einer immer kleiner und schneller werdenden Welt. Untermalt von eindrücklichen Bildern, wenn auch einer etwas gewöhnungsbedürftigen Kameraführung, für welche sich der bislang vor allem im Bereich der Musikvideokunst tätige Zürcher Aladin Hasic verantwortlich zeichnet, sollen die gewonnenen Einblicke ins Alltagsleben der Menschen in Tibet eine Grundlage für Diskussionen über die Bewahrung und Entwicklung der Traditionen bieten. Ob er tatsächlich zu einer Annäherung der beiden Konfliktparteien führt, wie von den Produzenten erhofft, ist hingegen eher fraglich. Dafür unterstützt das Filmprojekt mit einem Teil der Einnahmen ein Sozialprojekt im Dienste tibetischer Waisenkinder.

Ab dem 28. Juli 2005 im Kino.

Originaltitel: Tibet - zwischen Museum und Moderne (CH/China 2005)
Regie: Zhibin Fu
Drehbuch: Zhibin Fu, Andreas Peter
Kamera: Aladin Hasic
Produzenten: Jon-Andri Mantel, Zhibin Fu
Dauer: 74 min.
CH-Verleih: Stamm-Film AG


« ZURÜCK

NACH OBEN

WEITER »

Erscheint jeden Monat am 3. neu.

© 2000 - 2005 "DAS NETZMAGAZIN." Alle Rechte vorbehalten. Powered by Bürki Hosting, Spiez.