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Nr. 134 / August 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Joy Denalane, (21. Juli 2005) | Kaufleuten, Zürich
Die Deutsche Mutter des Souls

Joy Denalane zählt unbestritten zu den grossen Stimmen Deutschlands. Mit neuer Band und brandneuen englischen Songs im Gepäck beehrte sie das Schweizer Publikum im ausverkauften Kaufleuten. Eine wunderbare Frau, eine grossartige Stimme, ein zauberhafter Abend. Nicht umsonst wird sie die Deutsche Mutter des Souls genannt.

Von Dominik Petermann.

Als Joy Denalane nach einem missratenen Plattenvertrag und diversen Bands auf den Freundeskreis traf, nahm alles seinen Anfang. Als Sängerin stiess sie zur damaligen Hip-Hop Formation um Max Herre, sang zwei Jahre lang auf Produktionen und begleitete sie auf der legendären FK Allstars Tour. Wie sich ihr Weg fortsetzte, konnte sich noch keiner erträumen. In Max Herre fand sie ihren Lebensgefährten, Produzenten und Co-Autor, mit dem sie ihr preisgekröntes Debüt "Mamani" verwirklichen konnte. Sie avancierte zur eigenständigen Sängerin und verbindet mit ihrer kraftvollen Stimme Soul, Hip-Hop, Funk und Jazz. Ihre selbstbewussten Texte über Liebe, Treue, Familie und Freunde, Schmerz und Diskriminierung unterstreichen zusätzlich ihre grossartige Stimme.

Auch bei ihrem jüngsten Konzert im Zürcher Kaufleuten spürte man die positive Ausstrahlung der Sängerin enorm. Mit dem Trumpf der Deutschen Sprache im Ärmel, machte sie den Brückenschlag zum Publikum perfekt und liebte es, die Zuhörer mit Geschichten und Spässen bei Laune zu halten. Anders als bei ihrer "Mamani"-Tour war, dass sie mit völlig neuer Band auftrat. Neben ihren "Mamani"-Hits stellte sie zudem brandneue englische Songs vor, die auf ihrem neuen, im Frühjahr 2006 erscheinenden Album zu hören sein werden. Sie fährt mit dem gleichen Soulkonzept weiter, singt über Liebe, Herzschmerz und Hoffnung. Wie zum Beispiel im Song "Mary sing a Song for me", ein Loblied an Mary J. Blige, die sich laut Joy am Besten in diesen Themen auskennt. Die Band spielte souverän, auch wenn es schade ist, dass der legendäre Gitarrist Frank Kuruc, um nur einen Verlust zu nennen, nicht mehr mit von der Partie ist. Trotz allem überzeugte die Band mit souligen Klängen, virtuosem Bassspiel, gekonnter Gitarre, tosenden Drums und betörenden Background Sängerinnen. "Do it for the love", der Titel der Tour und zugleich neuer Song im Repertoire, in welchem Joy Denalane mit dem Kommerz und den komischen Gestalten, die sich im heutigen Black Music Business eingeschlichen haben, abrechnet. Ein Song, der Joys Grundsatz, Musik mit Liebe zu machen, unterstreicht. Soul ist Selbsterkenntnis. Nur wer seine Seele findet, kann sie singen lassen, sagte sie einmal. Ihr einzigartiges Gespür für Musik und ihr ausgezeichneter Geschmack schlagen sich merkbar in ihren neuen Songs nieder. Joy versteht es, ihren grossen Soul-Fundus zu nutzen und es scheint, als hätte sie sich ein wenig von ihren Hip-Hop Wurzeln gelöst, um als Vollblut-Soul-Sängerin durchzustarten.

Zum Schluss gab es als Zugabe noch zwei Songs. Zum einen "Geh jetzt", wahrscheinlich das herzergreifendste Lied auf dem "Mamani"-Album, und zum anderen ein neuer Song namens "Start over", in welchem Joy vom Neuanfang singt. Dieser Song ist jetzt schon ein Hit, der Hörer wie Konzertbesucher gleichermassen beeindrucken wird. Es ist kein Zufall, dass ihr Debüt den Titel "Mamani" trägt, was im südafrikanischen Xhosa Mutter oder Grossmutter bedeutet. Joy Denalane ist selbst Mutter zweier Kinder und steht symbolisch für die Mutter der Deutschen Soulmusik.

www.joydenalane.com


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