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Nr. 133 / Juli 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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James A. Owen: "Kai Meers Mythenwelt 2 - Der unsichtbare Mond" (Phantastik) | Piper Fantasy
Der Weltuntergang setzt ein.

Im ersten Band der Reihe Kai Meyers Mythenwelt, welche vom US-Amerikaner James A. Owen geschrieben wird, konnte der Leser die Ereignisse verfolgen, die zum Einsetzen des Weltendes führten.

Von Matti Johan Martin.

In diesem Band werden die Veränderungen in dem kleinen Silvertown, irgendwo in der Nähe von Ottawa, geschildert. Obwohl wir nicht den Protagonisten des ersten Bandes begegnen, sind ein, zwei Figuren eng mit der Hauptgeschichte verflochten. Da wäre zum einen die Stieftochter von Michael Langbein aus dem ersten Band, der an den Wagnerfestspielen in Bayreuth von seinem Professorenkolllegen Mikaal Gunnar-Galen, der sich für Hagen aus den Nibelungen hält, mit einem speziellen Schwert erstochen wurde.

Doch die Journalistin Meredith weiss von diesen Ereignissen zu Beginn dieses Romans nichts. Sie kam nach Silvertown, um ihren geköpften ,Vater' Wasily zu beerdigen. Dort wird sie von der Familie Kawaminami freundlich aufgenommen. Sie darf in ihrem Cafe umsonst köstigen, denn Wasily war ein guter Freund der Familie. Diese merken jedoch lange Zeit nichts von Meredith etwas eigentümlichen Speiseplan. Sie haben auch keine Zeit dafür, denn die Welt beginnt sich zu verändern. Aus Autos werden Mantikore und Flugzeuge stürzen ab, als sie sich in Drachen verwandeln. Doch nicht allein die technischen Errungenschaften sondern auch Menschen unterliegen einem sonderbaren Wandel. Einige bekommen etwas starke rötliche Körperbehaarung und beginnen sich an Bäumen und Kronleuchtern empor zu schwingen. Meredith und einige andere wollen wissen, was in der Welt vor sich geht und machen sich daran, die Bibliothek der Kawaminamis zu durchforsten, welche sehr, sehr gut mit Büchern der Sagen und Mythen bestückt ist. Sie entdecken, dass Ragnarök begonnen hat.

Phantastisches Garn
Owen erzählt ein phantastisches Garn mit Bezügen zu unserer Welt. Es sind so viele Anspielungen an die in klassischen Kunstformen tradierten Mythen, welche ein spannendes Rahmengerüst bilden. Da tauchen die Figuren aus den Nibelungen auf, welche selber auf die Edda oder deren wirklichen wie fiktionalen Versionen beruhen sollen. Am Schluss, soviel vorweg, taucht dann noch Baba Yaga auf. Und dann die ganze moderne westliche Vorstellung von fernasiatischer Mystik rund um Zen, Himalaya und ähnlichem. Die Protagonisten sind liebevoll beschrieben. Und vor allem die sonderbaren menschlichen Hauptfiguren, die sich nicht verwandeln, sind sehr komplex und in ihrem Verhalten etwas mysteriös geschildert. Und dann wären da die vielen Anspielungen auf bekannten realen wie fiktionalen Gestalten, so taucht z.B. ein Eddie Wallace auf, lobend zu erwähnen, welche dem Leser ein Schmunzeln bescheren. Und an wen denken Sie, wenn sie den Fluch ,hunderttausend Höllenhunde' lesen? Dieser Ideenreichtum ist in einem sehr flüssigen Stil geschrieben, was einem weiteren Kaufargument gleichkommt.

Wer genug von all den Tolkienplagiaten und all den Star Wars / Trek Klonen hat, sollte sich zur Abwechslung mal ruhig diese Reihe zu Gemüte ziehen. Wer dann auch etwas bibliophil veranlagt ist und etwas mehr Geld auf den Tisch legen kann, der greife zu der deutschen Erstausgabe des Festaverlags.

206 Seiten, CHF 14.60

www.piper.de
www.festa-verlag.de

Im Archiv:
Rezension des ersten Bandes


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