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James A. Owen: "Kai Meers Mythenwelt
2 - Der unsichtbare Mond" (Phantastik) | Piper Fantasy
Der Weltuntergang setzt ein.
Im ersten Band der Reihe Kai Meyers
Mythenwelt, welche vom US-Amerikaner James A. Owen geschrieben
wird, konnte der Leser die Ereignisse verfolgen, die zum Einsetzen
des Weltendes führten.
Von Matti Johan Martin.
In diesem Band werden die Veränderungen
in dem kleinen Silvertown, irgendwo in der Nähe von Ottawa,
geschildert. Obwohl wir nicht den Protagonisten des ersten Bandes
begegnen, sind ein, zwei Figuren eng mit der Hauptgeschichte
verflochten. Da wäre zum einen die Stieftochter von Michael
Langbein aus dem ersten Band, der an den Wagnerfestspielen in
Bayreuth von seinem Professorenkolllegen Mikaal Gunnar-Galen,
der sich für Hagen aus den Nibelungen hält, mit einem
speziellen Schwert erstochen wurde.
Doch die Journalistin Meredith weiss von diesen
Ereignissen zu Beginn dieses Romans nichts. Sie kam nach Silvertown,
um ihren geköpften ,Vater' Wasily zu beerdigen. Dort wird
sie von der Familie Kawaminami freundlich aufgenommen. Sie darf
in ihrem Cafe umsonst köstigen, denn Wasily war ein guter
Freund der Familie. Diese merken jedoch lange Zeit nichts von
Meredith etwas eigentümlichen Speiseplan. Sie haben auch
keine Zeit dafür, denn die Welt beginnt sich zu verändern.
Aus Autos werden Mantikore und Flugzeuge stürzen ab, als
sie sich in Drachen verwandeln. Doch nicht allein die technischen
Errungenschaften sondern auch Menschen unterliegen einem sonderbaren
Wandel. Einige bekommen etwas starke rötliche Körperbehaarung
und beginnen sich an Bäumen und Kronleuchtern empor zu schwingen.
Meredith und einige andere wollen wissen, was in der Welt vor
sich geht und machen sich daran, die Bibliothek der Kawaminamis
zu durchforsten, welche sehr, sehr gut mit Büchern der Sagen
und Mythen bestückt ist. Sie entdecken, dass Ragnarök
begonnen hat.
Phantastisches Garn
Owen erzählt ein phantastisches
Garn mit Bezügen zu unserer Welt. Es sind so viele Anspielungen
an die in klassischen Kunstformen tradierten Mythen, welche ein
spannendes Rahmengerüst bilden. Da tauchen die Figuren aus
den Nibelungen auf, welche selber auf die Edda oder deren wirklichen
wie fiktionalen Versionen beruhen sollen. Am Schluss, soviel
vorweg, taucht dann noch Baba Yaga auf. Und dann die ganze moderne
westliche Vorstellung von fernasiatischer Mystik rund um Zen,
Himalaya und ähnlichem. Die Protagonisten sind liebevoll
beschrieben. Und vor allem die sonderbaren menschlichen Hauptfiguren,
die sich nicht verwandeln, sind sehr komplex und in ihrem Verhalten
etwas mysteriös geschildert. Und dann wären da die
vielen Anspielungen auf bekannten realen wie fiktionalen Gestalten,
so taucht z.B. ein Eddie Wallace auf, lobend zu erwähnen,
welche dem Leser ein Schmunzeln bescheren. Und an wen denken
Sie, wenn sie den Fluch ,hunderttausend Höllenhunde' lesen?
Dieser Ideenreichtum ist in einem sehr flüssigen Stil geschrieben,
was einem weiteren Kaufargument gleichkommt.
Wer genug von all den Tolkienplagiaten und
all den Star Wars / Trek Klonen hat, sollte sich zur Abwechslung
mal ruhig diese Reihe zu Gemüte ziehen. Wer dann auch etwas
bibliophil veranlagt ist und etwas mehr Geld auf den Tisch legen
kann, der greife zu der deutschen Erstausgabe des Festaverlags.
206 Seiten, CHF 14.60
www.piper.de
www.festa-verlag.de
Im Archiv:
Rezension
des ersten Bandes
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