|
Andreas Brandhorst: "Der Metamorph"
(Space Opera) | Heyne
Prädestination in einem kosmischen Konflikt
Der Kampf zwischen Gut und Böse
ist Jahrtausende alt. Andreas Brandhorst, der sonst für
die Endlosreihe Perry Rhodan schreibt und Terry Pratchett übersetzt,
verlängert diesen Kampf aber in die Vergangenheit und zukünftige
Gegenwart des von Menschen besiedelten Alls.
Von Matti Johan Martin.
Seit Anbeginn des Alls kämpfen zwei Gegner
miteinander. Doch die Gegner haben ihre Körper aufgesplittert.
Äonen vor der menschlichen Kolonisierung haben sich zwei
befeindete Splitter in dem System Kerberos bekämpft. Kerberos
ist der Planet, welcher die zentrale Rolle in diesem Roman spielt,
und hat ein sehr spezielles Ökosystem aufzuweisen. Die Flora
produziert viele Drogen, was sehr viele Menschen und Aliens bewegte,
sich dort niederzulassen. Und natürlich zieht dies die Kriminalität
nach sich, welche von den Politikern der zwei im Krieg zueinander
befindlichen Wirtschaftmächte der Menschen geduldet wird.
Betreibt doch das Konsortium, einer dieser von Menschen geleiteten
Wirtschaftsblöcke, geheime Forschungen auf diesem Planeten.
Die Genetiker werkeln an einer Geheimwaffe. Sie entwickeln eine
Lebensform, welche über die Fähigkeit verfügt,
jede Gestalt einer Lebensform an zu nehmen, die es erforscht.
Die Mächtigen bzw. der unglückliche
Rungard Avar Valdorian wollten den perfekten Attentäter
erschaffen. Doch das Experiment geht schief. Nicht dass der Metamorph,
so die Bezeichnung dieses genetischen Experiments, stirbt. Nein,
er haut schlicht und einfach aus dem mehrfach gesicherten Labor
ab. Nur noch mit einer kleinen Feinheit versehen. Er lud eine
Auftragsmatrix herunter, in welcher die Liste mit den Mordopfern
um seine Auftraggeber verlängert wurde. Natürlich wird
ein etwas befremdlicher Auftragskiller angeheuert, der sich sogleich
auf die Suche nach dem Metamorph begibt. Eine Jagd beginnt, in
welcher der Jäger auch zum Opfer wird. Denn der Metamorph,
soviel sei verraten, war quasi vorherbestimmt. Welche der beiden
eingangs erwähnten kosmischen Kräfte dahinter steckt,
muss der Leser schon selber herausfinden.
Space Opera der Spitzenklasse
Die verschiedenen Ebenen und Handlungsstränge
des Romans, und das sind nicht wenige, werden sehr miteinander
verknüpft. Die Sprache bewegt sich auf hohem Niveau. Und
die psychologische Charakterisierung der menschlichen wie ausserirdischen
Hauptprotagonisten ist gelungen. Nun gut, die Themen (Prädestination,
Erlösung, manichäischer Kampf etc.) sind jede für
sich nicht unbedingt neu. Nur die Kombination der verschiedenen
Zutaten ist es dafür umso mehr.
Wer eine sehr gute Space Opera lesen will,
der greife hier unbesehen zu. Es lohnt sich!
606 Seiten, CHF 18.20
www.kantaki.de
www.randomhouse.de
Im Archiv:
Rezension
des ersten Bandes
|