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Nr. 133 / Juli 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Jason Starr: "Hard Feelings" (Roman) | Diogenes
Verarbeitung traumatischer Erlebnisse

In seinem Roman "Hard Feelings" schreibt Jason Starr von einem vierunddreissigen Computerspezialisten, der nach zwanzig Jahren Rache nimmt und seinen Vergewaltiger aus der Jugendzeit umbringt. Ein eindrücklicher Psychothriller nach Starr'scher Art.

Von Thomas Iseli.

Der soeben im Taschenbuch erschienene vierte Roman von Jason Starr dreht sich um die Person des Richard Segal. Der Computerverkäufer befindet sich, wie typisch für Werke von Starr, am Wendepunkt seines Lebens. Es macht ihm zu schaffen, dass seine Frau geschäftlich um Vieles erfolgreicher ist als er selbst. Denn als Verkäufer von Computernetzwerken gelingen ihm bei seinem neuen Arbeitgeber keine Vertragsabschlüsse, von Mitarbeitern wird er belächelt und vom Chef unter Druck gesetzt. Als er mitten in New York seinen ehemaligen Vergewaltiger und Nachbarn trifft, fällt der Protagonist in ein tiefes Trauma und kommt mit seinem Leben nicht mehr zu Recht. Der ständige Rückfall zum Alkohol und finanzielle Probleme stellen Richard und seine Frau Paula vor eine auswegslose Situation, aus der er, so scheint es, nur mit der Rache am Vergewaltiger ausbrechen kann.

Hin- und hergerissen
Die gespaltene Persönlichkeit der Hauptfigur überzeugt und fesselt. Starr schuf einen 34jährigen Mann, der zwischen schwarz und weiss, gut und böse, nett und aggressiv schwankt und dadurch in eine tiefe Depression gerät. Die beiden Seiten der Persönlichkeit könnten besser nicht beschrieben sein. Genau so fühlt man sich als Leser des Buches. Hin- und hergerissen von den positiven und negativen Ereignissen erlebt man mit, dass der Protagonist sein Unglück nicht vermeiden kann. Denn immer, wenn es gerade so gut läuft, steht bereits der nächste Schock an. Der ständige Rückfall zum Alkohol, die Gewalt gegenüber seiner Ehefrau und der psychische Absturz zerreisen dem Leser das Herz.

Ein böses Ende
Wer Starr kennt, weiss, dass man immer mit dem Schlimmsten rechnen muss. So kommt es auch in "Hard Feelings". Der junge Autor ist der neue Meister des schwarzen Psychothrillers. Mit seiner düsteren, aber nüchternen Erzähltechnik fesselt er den Leser, welcher das Buch kaum mehr aus der Hand geben möchte. Mit Themen wie Mobbing, Spiel- und Trinksucht und Beziehungsproblemen schuf Starr Werke, die vor allem durch saubere und verständliche Charaktereigenschaften seiner Figuren brillieren. Im Laufe seiner Bücher hofft man immer auf ein positives Ende und denkt, gemeinsam mit den Hauptpersonen, dass alles gut kommt. Doch diese manövrieren sich ständig in immer grössere Probleme, sodass die Geschichten von Jason Starr immer mit einem bitteren, bösen Ende abschließen und einem argen Nachgeschmack hinterlassen.

298 Seiten, CHF 14.90

www.jasonstarr.com


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