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Nr. 133 / Juli 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Lars Bill Lundholm: "Der weisse Drache" (Krimi) | Heyne
Södermalmsmorde

Nach Henning Mankells brillanten Kommissar Wallander gibt es nun einen weiteren schwedischen Kommissar, der auf die Suche nach dem Täter geht: Axel Hake. Leider endet da auch schon ihre Gemeinsamkeiten: Lars Bill Lundholm ist mit "Der weisse Drache" leider nur ein mittelmässiges Buch gelungen.

Von Petra Gehrmann.

Die Geschichte klingt eigentlich spannend genug: Kommissar Axel Hake wird zu einem Kanal des Stockholmer Viertels Södermalm gerufen, dort wurde nämlich die Leiche eines Mannes gefunden, dessen Identifizierung sich als schwierig gestaltet, einzig die auffällige Tätowierung eines weissen Drachens könnte Hake auf die Spur seiner Identität bringen und mit dieser auf seinen Mörder. Die Jagd beginnt...

Erklärungen sind nur etwas für die Lebenden
So weit so gut, der Roman hat sozusagen alles, was für einen Krimi nötig ist: ein Mord - ein Rätsel und einen Kommissar mit Familienproblemen. Doch macht dieses Inventar leider noch lange nicht einen guten und spannenden Krimi aus. Der ganze Mörderplot und das damit verbundene Rätsel ist gar zu eindimensional, es ist beinahe so wie in einem "Adventuregame": bei jedem Besuch wird etwas neues entdeckt, was uns dann zum nächsten Hinweis führt. Spannung kommt dabei nicht auf: es geschieht ein Mord und dann geschieht lange nichts mehr, niemand ist bedroht und der Ermordete ist derart unsympathisch, dass es eigentlich ziemlich egal erscheint, ob der Mord aufgeklärt wird oder wer der Mörder ist.

Die angeschlagene Nase gab seinem Gesicht eigentlich erst Charakter und den männlich entschlossenen Zug, der so typisch für ihn war
Was den eher mittelmässigen Plot hätte retten können, wäre der Kommissar gewesen. Bei Krimis sind zwar keine sprachlichen Höheflüge zu erwarten, aber gerade die Charakterisierung von Axel Hake ist schwach. Man ist ja eigentlich immer gespannt etwas über das Privatleben des Ermittlers zu erfahren und der Roman hält damit auch nicht zurück. Zu Beginn gab es sogar mal die Hoffnung, endlich mal einen Kommissar mit einem glücklichen, wenn auch nicht alltäglichen, Familienleben zu erleben. Doch weit gefehlt, ein paar Seiten später beginnen die Probleme, die Beziehung wird dem Plot geopfert, und der Hakes Charakterisierung gleicht immer mehr dem eines Roboters: er bleibt kühl und beherrscht in jeder Situation, Gefühle hat er kaum oder unterdrückt sie so gut, dass ich sie verpasst habe und er ist sicherlich immer derjenige der zuletzt lacht. Die anderen Figuren sind zwar zumeist stereotyp, der böse Boss, die nicht zu verstehende Ehefrau, aber dennoch liebevoller gestaltet. Einige von ihnen wie z.b. Lizzi Hammarlund oder sein Nachbar sind gar interessant und bringen einem zum Schmunzeln.

Der Krimi ist durchaus lesbar, der Plot überrascht trotz Eindimensionalität am Schluss mit einer unerwarteten Wendung und die Beschreibungen der verschiedenen Stockholmviertel ist plastisch und liebevoll gestaltet. Für einen regnerischen Nachmittag sicherlich gut geeignet, ansonsten wende man sich lieber an den anderen Schweden.

350 Seiten, CHF 16.50


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