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Volker Kriegel: "Wie sich das nackte
Schaf mal schwer gehenliess" (Absonderlichkeiten aus dem
Tierreich, bedichtet und illustriert) | Kein & Aber
Vor Drogen wird gewarnt!
Was wir immer geahnt haben, illustriert
und bedichtet Volker Kriegel, der laut Robert Gernhardt mit einer
Quadrupelbegabung ausgestattete Musiker, Zeichner, Dichter und
Zoogoge, in dieser Warn- und Aufklärungsschrift: im Tierreich
wird massiv dem Drogenmissbrauch gefrönt.
Von Sandra Despont.
Weizenbier, Schnaps, Gras, Koks, Leim der
Marke UHU (was sonst) - nichts ist den Tieren auf der Suche nach
einem kleinen bisschen wohltuendem Vergessen im Rausch oder auf
dem Trip fremd. Schlaflosigkeit, Liebeskummer, Erektionsprobleme
oder die pure Lust am sich Zudrönen treiben Schafe, Schneckenhirsche
und Katzeneule in die weit geöffneten Arme der Rauschmittel.
Die Folgen sind drastisch, Aufklärung dringend notwendig.
Und wer könnte uns das besser vor Augen führen als
Volker Kriegel
Der Bärendichter, die Möwenkuh
und der Genever
Punkto Drogenmissbrauch kennen die
Tiere nichts. Von Unschuld kann keine Rede sein und Mutter Natur
scheint nicht nur beim Menschen in Hinsicht Suchtanfälligkeit
einen kleinen Missgriff getan zu haben. Obwohl, wie gesagt, die
ganze Palette an geisterbenebelnden Stoffen, Flüssigkeiten
und Pülverchen genutzt werden (siehe "Tierischer Drogenmissbrauch"),
ist "Alkoholismus im Tierreich" das Hauptproblem. Wie
auch in der Menschenwelt scheint Alkohol in allen Farben und
Formen, immer aber in rauen Mengen genossen, am weitesten und
unter allen sozialen Schichten verbreitet zu sein. Weder Vogelbär
noch Wildschweinkänguru können sich ihm entziehen.
Lautes (und äusserst unschönes) Singen ist da noch
die harmloseste Folge. Blindheit, Grössenwahn, Realitätsverlust,
Gedächtnisschwund, Nierenversagen und Raucherbeine - auf
all diese Folgend des übermässigen Drogenkonsums machen
Volker Kriegels Verse und Zeichungen aufmerksam. Dem hündischen
Hausgenossen unter den Weihnachtsbaum gelegt, diskret in einer
Stallecke platziert oder als Mitbringsel für die Zootiere
kann das Büchlein ein wahres Wunder an Warnung und Aufklärung
bewirken. Es geht nämlich auch anders!
Alternativen
Der moralisch-didaktische Zweck von
"Wie sich das nackte Schaf mal schwer gehenliess" wäre
natürlich vollkommen verfehlt, wenn neben Warnungen und
Drohungen mit schwersten Gebrechen nicht auch ermutigende Beispiele
und Alternativen zum drogenfreien Leben aufgezeigt würden.
Man sehe dazu etwa "Tiere und Freizeit", wo verschiedene
mehr oder weniger sinnvolle Freizeitbeschäftigungen für
Tiere vorgeschlagen werden. Und wer in seiner tierischen Seele
eine zu kreative Ader hat, um seine kostbare Zeit auf dem Golfplatz
oder im Pornokino rumzubringen, der kann sich immer noch am etwas
ratlosen, aber kecken, schneebepinkelnden und kläglich,
aber immerhin dichtenden Bären orientieren.
Wie immer erfreut Volker Kriegel in diesem
kleinen Büchlein durch tabu- aber nie geschmacklosen Humor,
witzige Verse und Zeichnungen, die das Tierische und allzu Tierische
charmant einfachen. Das ideale Geschenk für Menschen,
Tiere, Dichter, Säufer und einen selbst.
44 Seiten, mit zahlreichen Illustrationen,
CHF 13.90
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