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Nr. 133 / Juli 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Volker Kriegel: "Wie sich das nackte Schaf mal schwer gehenliess" (Absonderlichkeiten aus dem Tierreich, bedichtet und illustriert) | Kein & Aber
Vor Drogen wird gewarnt!

Was wir immer geahnt haben, illustriert und bedichtet Volker Kriegel, der laut Robert Gernhardt mit einer Quadrupelbegabung ausgestattete Musiker, Zeichner, Dichter und Zoogoge, in dieser Warn- und Aufklärungsschrift: im Tierreich wird massiv dem Drogenmissbrauch gefrönt.

Von Sandra Despont.

Weizenbier, Schnaps, Gras, Koks, Leim der Marke UHU (was sonst) - nichts ist den Tieren auf der Suche nach einem kleinen bisschen wohltuendem Vergessen im Rausch oder auf dem Trip fremd. Schlaflosigkeit, Liebeskummer, Erektionsprobleme oder die pure Lust am sich Zudrönen treiben Schafe, Schneckenhirsche und Katzeneule in die weit geöffneten Arme der Rauschmittel. Die Folgen sind drastisch, Aufklärung dringend notwendig. Und wer könnte uns das besser vor Augen führen als Volker Kriegel

Der Bärendichter, die Möwenkuh und der Genever
Punkto Drogenmissbrauch kennen die Tiere nichts. Von Unschuld kann keine Rede sein und Mutter Natur scheint nicht nur beim Menschen in Hinsicht Suchtanfälligkeit einen kleinen Missgriff getan zu haben. Obwohl, wie gesagt, die ganze Palette an geisterbenebelnden Stoffen, Flüssigkeiten und Pülverchen genutzt werden (siehe "Tierischer Drogenmissbrauch"), ist "Alkoholismus im Tierreich" das Hauptproblem. Wie auch in der Menschenwelt scheint Alkohol in allen Farben und Formen, immer aber in rauen Mengen genossen, am weitesten und unter allen sozialen Schichten verbreitet zu sein. Weder Vogelbär noch Wildschweinkänguru können sich ihm entziehen. Lautes (und äusserst unschönes) Singen ist da noch die harmloseste Folge. Blindheit, Grössenwahn, Realitätsverlust, Gedächtnisschwund, Nierenversagen und Raucherbeine - auf all diese Folgend des übermässigen Drogenkonsums machen Volker Kriegels Verse und Zeichungen aufmerksam. Dem hündischen Hausgenossen unter den Weihnachtsbaum gelegt, diskret in einer Stallecke platziert oder als Mitbringsel für die Zootiere kann das Büchlein ein wahres Wunder an Warnung und Aufklärung bewirken. Es geht nämlich auch anders!

Alternativen
Der moralisch-didaktische Zweck von "Wie sich das nackte Schaf mal schwer gehenliess" wäre natürlich vollkommen verfehlt, wenn neben Warnungen und Drohungen mit schwersten Gebrechen nicht auch ermutigende Beispiele und Alternativen zum drogenfreien Leben aufgezeigt würden. Man sehe dazu etwa "Tiere und Freizeit", wo verschiedene mehr oder weniger sinnvolle Freizeitbeschäftigungen für Tiere vorgeschlagen werden. Und wer in seiner tierischen Seele eine zu kreative Ader hat, um seine kostbare Zeit auf dem Golfplatz oder im Pornokino rumzubringen, der kann sich immer noch am etwas ratlosen, aber kecken, schneebepinkelnden und kläglich, aber immerhin dichtenden Bären orientieren.

Wie immer erfreut Volker Kriegel in diesem kleinen Büchlein durch tabu- aber nie geschmacklosen Humor, witzige Verse und Zeichnungen, die das Tierische und allzu Tierische charmant einfachen. Das ideale Geschenk für Menschen, Tiere, Dichter, Säufer und einen selbst.

44 Seiten, mit zahlreichen Illustrationen, CHF 13.90


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