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Nr. 133 / Juli 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Patricia Highsmith: "Salz und sein Preis" (Roman) | Diogenes
Unsentimentale Liebesgeschichte

Kurz nachdem Patricia Highsmith erste Erfolge als Suspense-Autorin feierte, brachte sie ihren Roman "Salz und sein Preis" heraus - unter einem Pseudonym, da sich die Geschichte mit der Beziehung zweier Lesben beschäftigt. Ein Buch, das nicht an Aktualität verloren hat.

Von Stephan Sigg.

Als die 19-jährigen Therese, die sich mit einem Job als Verkäuferin ihre Bühnenbildnerin-Laufbahn finanzieren will, im Kaufhaus der attraktiven Carol begegnet, merkt sie, dass sie sich zum eigenen Geschlecht mehr hingezogen fühlt als zu ihrem Freund Richard. Die Gefühle zur unbekannten Kundin entflammen sofort, trotzdem führt sie die Beziehung zu Richard fort. Und anfangs scheint es für Therese gar nicht so rosig auszusehen: Auch wenn sie von der ersten Begegnung mit Carol überzeugt ist, dass sie füreinander bestimmt sind, dauert es einige Zeit, bis sich die beiden näher kommen. Carol steckt gerade im Scheidungskrieg und Sorgerechtskampf um ihre Tochter. Als sich die beiden mit Carols Auto auf die Reise quer durch die Staaten machen, wissen sie nicht, dass sie von einem Detektiv verfolgt werden und ihre Beziehung dramatische Züge annehmen wird.

Kampf um das Sorgerecht
Der von Carols künftigem Ex-Mann angeheuerte Detektiv soll Beweise dafür sammeln, dass Carol eine "amoralische Beziehung" zu einer Frau führt. Damit will er das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter bekommen. Auch Richards Liebe zu Therese schlägt sich immer mehr in Verachtung um. Er kann sich nicht damit abfinden, dass Therese sich in eine Frau verliebt hat und sich nicht für ihn entscheidet. Am Schluss empfindet er nur noch Ekel für sie.

Keine jugendliche Schwärmerei
Carol stellt Thereses Leben total auf den Kopf. Sie kriegt sie nicht mehr aus dem Kopf und möchte das ganze Leben mit ihr verbringen. Aber wie kann sie sicher sein, dass es sich dabei tatsächlich um Liebe handelt? Denn Carol tut es als jugendliche Schwärmerei ab. Auch Carols Freundin Abby, die Ex-Geliebte wie man später erfährt, funkt immer wieder dazwischen und will einen Keil zwischen die beiden Frauen treiben. Doch Therese lässt sich nicht von ihren Gefühlen abbringen. Sie ist sich sicher, dass an ihrer Liebe zu einer Frau nichts Falsches sein kann.

Packend bis zum Schluss
Wie Patricia Highsmith in ihrem Nachwort schreibt, beruht "Salz und sein Preis" auf einer wahren Begebenheit: Die Begegnung im Warenhaus soll sich tatsächlich ereignet haben. Zwar habe sie die Frau nie wieder gesehen, doch bereits am Abend nach dem Zusammentreffen habe sie die ganze Handlung für "Salz und sein Preis" entworfen. Highsmith führt knallhart vor Augen, wie sehr Homosexuelle in den USA der 60er diskriminiert wurden. "Salz und sein Preis" begeisterte die Leser und bescherte Highsmith hohe Auflagen. Ein Grund sei, wie Highsmith im Nachwort erzählt, dass es eine der wenigen Bücher über Lesben ist, das mit einem hoffnungsvollen Schluss endet. Mit diesem rechnet man der Lektüre nicht, denn alles deutet darauf hin, dass die beiden keine Zukunft haben, so sehr scheinen sie äusserlichen und inneren Spannungen ausgesetzt zu sein.

"Salz und Preis" packt einem von der ersten Seite an und zieht total in den Bann. Eindeutig kein Buch für zwischendurch, denn einmal zu lesen begonnen, will man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

460 Seiten, CHF 37.90


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