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Nr. 133 / Juli 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Four Tet: "Everything Ecstatic" | Domino/ Rough Trade
Digital ode to joy

"Everything Ecstatic" - ein markanter Titel. Die Musik dazu würde man nicht unbedingt von Four Tet erwarten. Der Sound des Engländers, in der Presse "Folctronic" genannt, war bisher als Wohlklang-Ambiente mit viel Vibraphon bekannt. Nun geht er einen Schritt weiter, zum Glück nicht in Richtung Pop.

Von Adrian Wettstein.

Die letzte Scheibe von Four Tet hiess "Rounds" und drehte etliche Runden in meiner Stereoanlage. Man konnte dazu prima Fische in einem Aquarium beobachten oder sie als musikalische Untermalung für langweilige, gemutete Filme brauchen. Was kein schlechtes Urteil über die Musik sein soll, sie war einfach abgerundet, easy, ohne dass man beim Hören ins Schwitzen kam. "Everything Ecstatic" ist nun eigentlich kein Album mehr fürs Wohnzimmer, es sei denn, man zieht sich schrille Klamotten an und tanzt auf dem Sofa rum.

Entstanden ist die Musik für das vierte Album von Kieran Hebden auf dieselbe Weise wie schon bei den Vorgängern: Mit ein paar Laptops und Samplern. Hebden ist überzeugt, dass Dance-Musik noch nicht tot ist und will dazu ein paar Anregungen geben, die meistens experimentell, und manchmal noch dazu tanzbar sind. Für Musikkritiker ist Four Tet ein gefundenes Fressen, weil sie sich in der Aufzählung von Stilen, die sie in seiner Musik herauszuhören glauben - bis hin zu fernöstlicher Gamelan Musik - ergehen können. Der Opener "a joy" etwa ist sehr gitarrenlastig und rockt mächtig. Aus anderen Tracks ist die Experimentierlust des Free Jazz herauszuhören, etwa bei "sun drums and soil". Als Hit auf der Tanzfläche wird am ehesten "smile around the face" funktionieren, weil es am einfachsten zugänglich ist. Trotz der Vielfalt stilistischer Einflüsse braucht es aber wohl doch ein grundsätzliches Flair für elektronische Musik, damit man Four Tets neusten Streich mag; stellenweise fühlt man sich etwa an DJ Shadow & co. erinnert.

Ausserdem braucht man auch eine gute Anlage, denn "Everything Ecstatic" muss laut gehört werden. Oder man zieht sich das Teil auf den iPod. In London und anderen grossen Städten soll es ja vorkommen, dass Menschen mit Stöpseln im Ohr sich spontan auf öffentlichen Plätzen zum gemeinsam-individuellen Tanzen zusammenfinden. Vielleicht liefert Four Tet die richtige Musik dazu? Fragt sich nur, ob das Album so viel Ekstatisches liefert, wie es in Titel und Booklet verspricht. Ich jedenfalls würde so etwa nach dem 4. Track weiterzappen auf meinem iPod.


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