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Four Tet: "Everything Ecstatic"
| Domino/ Rough Trade
Digital ode to joy
"Everything Ecstatic" -
ein markanter Titel. Die Musik dazu würde man nicht unbedingt
von Four Tet erwarten. Der Sound des Engländers, in der
Presse "Folctronic" genannt, war bisher als Wohlklang-Ambiente
mit viel Vibraphon bekannt. Nun geht er einen Schritt weiter,
zum Glück nicht in Richtung Pop.
Von Adrian Wettstein.
Die letzte Scheibe von Four Tet hiess "Rounds"
und drehte etliche Runden in meiner Stereoanlage. Man konnte
dazu prima Fische in einem Aquarium beobachten oder sie als musikalische
Untermalung für langweilige, gemutete Filme brauchen. Was
kein schlechtes Urteil über die Musik sein soll, sie war
einfach abgerundet, easy, ohne dass man beim Hören ins Schwitzen
kam. "Everything Ecstatic" ist nun eigentlich kein
Album mehr fürs Wohnzimmer, es sei denn, man zieht sich
schrille Klamotten an und tanzt auf dem Sofa rum.
Entstanden ist die Musik für das vierte
Album von Kieran Hebden auf dieselbe Weise wie schon bei den
Vorgängern: Mit ein paar Laptops und Samplern. Hebden ist
überzeugt, dass Dance-Musik noch nicht tot ist und will
dazu ein paar Anregungen geben, die meistens experimentell, und
manchmal noch dazu tanzbar sind. Für Musikkritiker ist Four
Tet ein gefundenes Fressen, weil sie sich in der Aufzählung
von Stilen, die sie in seiner Musik herauszuhören glauben
- bis hin zu fernöstlicher Gamelan Musik - ergehen
können. Der Opener "a joy" etwa ist sehr gitarrenlastig
und rockt mächtig. Aus anderen Tracks ist die Experimentierlust
des Free Jazz herauszuhören, etwa bei "sun drums and
soil". Als Hit auf der Tanzfläche wird am ehesten "smile
around the face" funktionieren, weil es am einfachsten zugänglich
ist. Trotz der Vielfalt stilistischer Einflüsse braucht
es aber wohl doch ein grundsätzliches Flair für elektronische
Musik, damit man Four Tets neusten Streich mag; stellenweise
fühlt man sich etwa an DJ Shadow & co. erinnert.
Ausserdem braucht man auch eine gute Anlage,
denn "Everything Ecstatic" muss laut gehört werden.
Oder man zieht sich das Teil auf den iPod. In London und anderen
grossen Städten soll es ja vorkommen, dass Menschen mit
Stöpseln im Ohr sich spontan auf öffentlichen Plätzen
zum gemeinsam-individuellen Tanzen zusammenfinden. Vielleicht
liefert Four Tet die richtige Musik dazu? Fragt sich nur, ob
das Album so viel Ekstatisches liefert, wie es in Titel und Booklet
verspricht. Ich jedenfalls würde so etwa nach dem 4. Track
weiterzappen auf meinem iPod.
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