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Nr. 133 / Juli 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Smog: "A River Ain't Too Much To Love" | Domino / Musikvertrieb
I haven't changed

Wer immer noch glaubt, Smog sei schädlich, der soll es endlich einsehen: Smog ist lebenswichtig - zumindest für Menschen, die damit nicht in erster Linie Atemnot, sondern Songwriting mit Tiefgang assoziieren.

Von Ralph Hofbauer.

Auf Bill Callahan alias Smog ist Verlass. Alle ein, zwei Jahre schenkt einem dieser Mann einen Rettungsring in Form einer Langspielplatte, die einem das eigene Leben erklärt. Von Smog kann man nicht enttäuscht werden und wenn doch, dann nur leise. Schliesslich schlug der Amerikaner auf seinen 11 Alben keinen einzigen lauten Ton an. Dies tut er auch auf "A River Ain't Too Much To Love" nicht - ebenso wenig wie enttäuschen. "I haven't changed" singt er denn auch.

Was oberflächlich als langweilige Lagerfeuerromantik verschrien werden könnte, ist sprachgewaltige Lagerfeuerpoesie unter dem Deckmantel des Unspektakulären. Smog schreibt nicht einfach nur Songs, er vertont Gedichte, die einer eigentümlichen Logik von Klang und Wort folgen, denn sein subtiles Timing des Erzählens verleiht seinen bescheiden instrumentierten Songs eine eigentümliche Spannung. Callahan textet den Hörer nicht zu, sondern lässt Zeile für Zeile im Raum stehen und wirken. Dadurch ergeben sich Szenerien, die sich Bild für Bild intensivieren, aber auch überraschende Sinnverdrehungen, wenn sich die lyrischen Falltüren der Smog'schen Ironie auftun. Hat man Mitleid mit dem armen Kerl, zieht er einem den Boden unter den Füssen weg und lässt einem wissen, dass er dies alles nicht so ernst meint - oder eben doch. Wartet man auf den absehbaren Reim oder den naheliegendsten Schlussakkord, bringt Bill Callahan einem mit einer überraschenden Wendung zum Schmunzeln. Oder zum Weinen. Tragik und Komödie liegen hier so nahe, dass man glaubt, in diesen Songs einen Schimmer jener unauflösbaren Widersprüche zu erhaschen, die unseren Alltag dominieren.


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