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Nr. 133 / Juli 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Famara: "Double Culture" | Musikvertrieb
Peter Reber in Äthiopien

Nach Phenomdens Mundart-Sensation ist auch schon der zweite bedeutende Schweizer Reggae Head zur Stelle, um vom Boom zu profitieren. Das wird kaum gelingen.

Von Gregor Frei.

Was gibt es alles für Klischees, die man dem Reggae immer wieder vorwirft: Kitschig, müde, langweilig, unendlich gleichförmig. Famara, mit bürgerlichem Namen Thomas Nikler, geboren in Belgien, wohnhaft in Basel, im Herzen auf der ganzen Welt, bestätigt mit seinem vierten Album gleich alle diese Klischees. Zwar gibt sich der Weltbürger alle Mühe, nicht an der Einfallslosigkeit zu scheitern, aber dadurch wirkt alles nur noch langweiliger. Da gibt es Scratches, elektronische Stimmverzerrungen, akustische Gitarren, Dancehall-riddims und eine ganze Reihe Instrumente aus dem schwarzen Süden, und das Resultat ist trotzdem Langeweile. Warum? Weil nicht zuletzt im Reggae weniger mehr ist.

Mit einem "Fire!" wird die Scheibe eröffnet. Leider kann Famara dieses Versprechen bis zum Schluss nicht einhalten. Die Riddims dümpeln ganz angenehm vor sich hin, die Melodien wissen teilweise zu gefallen, mehr aber auch nicht. Es ist der Unterschied zwischen einem Feuer und einem Fluss: Den Fluss betrachtet man gerne, gefesselt wird der Blick aber nur mit dem Feuer. Famaras Musik ist Wasser, aber keine Flamme. Und Reggae, der den Blick nicht fesseln kann, bzw. der nicht hypnotisiert, ist kein guter Reggae. Das ist plätschernde Worldmusic.

Famara schafft es recht authentisch, das Wesen afrikanischer Musik mit vollster Inbrunst wiederzugeben, dennoch bleibt alles belanglos. Die Leidenschaft, die Kraft, die Dynamik fehlen. Und Hawaii-Gitarren und Marimbas erinnern unweigerlich immer wieder an Peter Reber, der in Äthiopien einer Frau seine Liebe beweisen will. Eine engagierte CD, die an ihrem Kitsch scheitert. Phenomden macht's besser.

Live:
9.7.05, Adelboden, Vogellisi Festival
23.7.05, Kiental, Open Air im Kiental
31.7.05, Attalens, Festival des Marais


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