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Common: "Be" | Universal, K-OS:
"Joyful Rebellion" | EMI
Die richtigen Samples
Zwei grossartige Alben, die eine Alternative
zum Bitch-lastigen Status Quo des Hip Hop bieten.
Von Philipp Albrecht.
Auf den ersten Blick scheint es schwierig,
"Be" und "Joyful Rebellion" unter einen gemeinsamen
Nenner zu stellen, aber die beiden Alben haben mehr gemeinsam,
als man denkt. Einerseits machen sich zwei Nordamerikaner auf,
den Hip Hop wieder in die richtigen Bahnen zu lenken. Es kann
nicht sein, dass sich die kleinen Manifeste des Rap nur noch
um Sex und Dollars drehen. Einstige Kleinaufständige machten
ihrer Wut Luft durch in Reimen komprimierte verbale Wutausbrüche.
Themen waren hauptsächlich Unterdrückung und Gewalt.
Damit liess sich Geld verdienen, und wer Geld hat, hat plötzlich
andere Probleme als früher. Demzufolge ist die Entwicklung
im Hip Hop - milde ausgedrückt - gerechtfertigt.
Als Konsequenz werden einstige Rebellen weich
und blöd. Neue Vertreter braucht also das Genre. Mit K-OS
hat sozusagen Kanada seinen Vertreter ins Rennen geschickt. K-OS
spielt mit Samples und altbekannten Hip-Hop-Phrasen, klingt dabei
frisch und fruchtbar. Er praktiziert die Rebellion joyful, bleibt
aber stets glaubwürdig (mit Ausnahme von "Hallelujah",
in dem er singend den Fall von Babylon preist). Erfolgreich wird
er wohl hauptsächlich zu Hause in Kanada und in Europa werden.
Common ist schon länger am Werk. Sein
Erstling erschien bereits 1992. Common hat stets mit Experimenten
versucht, die Hip-Hop-Kultur als solche am Leben zu halten. Mit
"Be" ist er nicht nur zu deren Wurzeln zurückgekehrt.
Seine Samples gehen in die kommerzielle Blütezeit der Schwarzen
Musik zurück. Motown war damals der Begriff, der eigentlich
nur ein Labelname war und zum Übername der sich schnell
entwickelnden Soulmusic wurde. Vom Motown hat sich Common für
"Be" viel genommen. Daraus ist eine aufgehende Sonne
im Hip Hop geworden. Das beste Hip-Hop-Album der letzten Jahre.
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