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Nr. 133 / Juli 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Common: "Be" | Universal, K-OS: "Joyful Rebellion" | EMI
Die richtigen Samples

Zwei grossartige Alben, die eine Alternative zum Bitch-lastigen Status Quo des Hip Hop bieten.

Von Philipp Albrecht.

Auf den ersten Blick scheint es schwierig, "Be" und "Joyful Rebellion" unter einen gemeinsamen Nenner zu stellen, aber die beiden Alben haben mehr gemeinsam, als man denkt. Einerseits machen sich zwei Nordamerikaner auf, den Hip Hop wieder in die richtigen Bahnen zu lenken. Es kann nicht sein, dass sich die kleinen Manifeste des Rap nur noch um Sex und Dollars drehen. Einstige Kleinaufständige machten ihrer Wut Luft durch in Reimen komprimierte verbale Wutausbrüche. Themen waren hauptsächlich Unterdrückung und Gewalt. Damit liess sich Geld verdienen, und wer Geld hat, hat plötzlich andere Probleme als früher. Demzufolge ist die Entwicklung im Hip Hop - milde ausgedrückt - gerechtfertigt.

Als Konsequenz werden einstige Rebellen weich und blöd. Neue Vertreter braucht also das Genre. Mit K-OS hat sozusagen Kanada seinen Vertreter ins Rennen geschickt. K-OS spielt mit Samples und altbekannten Hip-Hop-Phrasen, klingt dabei frisch und fruchtbar. Er praktiziert die Rebellion joyful, bleibt aber stets glaubwürdig (mit Ausnahme von "Hallelujah", in dem er singend den Fall von Babylon preist). Erfolgreich wird er wohl hauptsächlich zu Hause in Kanada und in Europa werden.

Common ist schon länger am Werk. Sein Erstling erschien bereits 1992. Common hat stets mit Experimenten versucht, die Hip-Hop-Kultur als solche am Leben zu halten. Mit "Be" ist er nicht nur zu deren Wurzeln zurückgekehrt. Seine Samples gehen in die kommerzielle Blütezeit der Schwarzen Musik zurück. Motown war damals der Begriff, der eigentlich nur ein Labelname war und zum Übername der sich schnell entwickelnden Soulmusic wurde. Vom Motown hat sich Common für "Be" viel genommen. Daraus ist eine aufgehende Sonne im Hip Hop geworden. Das beste Hip-Hop-Album der letzten Jahre.


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