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Nr. 133 / Juli 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Róisin Murphy: "Ruby Blue" | Echo / Musikvertrieb
Zurück in die Zukunft

Die Moloko-Sängerin Róisin Murphy wandelt nach dem Ende von Band und Beziehung auf Solopfaden. Der nimmermüde Knöpfchendreher, Housearchitekt und Bigbandleader Matthew Herbert sorgt dafür, dass sie sich auf den verschlungenen Wegen von "Ruby Blue" nicht verirrt.

Von Ralph Hofbauer.

Liebe Moloko-Fans, mein herzliches Beileid. Ihr werdet auf diesem Album zwar diese unverkennbare Stimme wiederfinden, die sich im einen Moment räkelt wie eine schnurrende Katze und im nächsten geschmeidig stolziert wie ein fauchender Panter. Aber sonst wird euch nur wenig an Hits wie "Sing it back" erinnern, wenn ihr Moloko für ihre leichte Verdaulichkeit geliebt habt. Wenn ihr aber immer schon gedacht habt, dass bei Moloko die Gleichung Frauenstimme+Beats=TripHop nie ganz aufging und man für sie Schubladen wie FutureFunk oder SciFiDisco hätte erfinden müssen, wären sie noch einige Schritte weitergegangen, besteht Hoffnung. Denn dieses Album geht diese Schritte.

Dank Matthew Herbert, dem Produzenten und Co-Autoren von "Ruby Blue", der virtuos mit musikalischer Vergangenheit und Zukunft jongliert, wobei er Vergangenheit nicht mit Retro und Zukunft nicht mit maschinendominierter Sterilität verwechselt. Herbert scheint seine alte Liebe zum House endgültig verloren zu haben und betreibt die computerunterstützte De- und Rekonstruktion der organischen Klänge mit spielerischer Leichtigkeit, fernab jeglicher Voraussehbarkeit. Er stellt die fingerschnippende Referenz an Klassiker wie "Fever" neben die Beatschnipsel zukünftiger Klassiker. Er loopt eine Cool Jazz-Trompete über die seltsamen Songs eines ausserirdischen Radiosenders. Er vermählt eine P-Funk Hornsection mit dem Grooveskelett eines futuristischen Floorfillers. Alt und Neu gehen eine Symbiose ein, in der sich die Harmonie aus den Gegensätzen ergibt - wenn man dem Album die Zeit lässt, die es verdient. Denn Herbert und Murphy loten zwar die Möglichkeiten der Variation, Fragmentierung und Reduktion aus, verlieren sich aber nie in Ausschweifungen, sondern sagen gleichzeitig auch ja zum Pop.

Und wie Dani Siciliano, die bisherige Sparringpartnerin von Matthew Herbert, besitzt auch Róisin Murphy die Fähigkeit, dieses Spiel mit den Formen mitzumachen, ohne dass der Gesang zur Pose und die Sängerin zur Diva erstarrt. Deshalb, liebe Moloko-Fans, seid bitte nicht enttäuscht. Dieses Album ist besser als alles, was Moloko je gemacht haben.


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