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Big Zis über ihr Leben als schwule Bitch
"Das heisst jetzt aber nöd, dass ich Hip
Hop scheisse find, gell!"
Gerade hat Big Zis ihr zweites Album
veröffentlicht. Zeit für das Netzmagazin, mit ihr über
musikalische Spurensuche, Schweizer Hip Hop und schwule Bitches
zu reden. In Mundart, versteht sich.
Von Philipp Albrecht, Gregor Frei und Caroline
Gimpel (Fotos).
S'Netzmagazin: Hey Big Zis, was isch eigentlich
ä "Schwuli Bitch"?
Big Zis: Ä schwuli Bitch isch öppis,
wo ihr alli sötted werde. Das isch äs sehr positivs
Adjektiv für än guete, wertvolle Mänsch.
Fühlt sich da ächt nöd ä
gwüssi Gruppä vo Mänsche beleidigt?
D'Idee vom Jürg (aka Kutti MC) und vo
mir isch gsii, zwei durch und durch negativ bsetzti Wörter
wie "Bitch" und "schwul" positiv z'bruuche.
Mir händ nöd welle äs Pro-Schwule-Lied mache,
wo jede grad verstaht. Ich weiss, dass mer das Lied sehr schnäll
chan falsch verstah, aber das isch ja au s'Spannende draa.
Also ois dünkts, dass dä Kutti
MC und du so öppis wie ä neui Bewegig darstelled. Ihr
händ so öppis Antikonventionells im Rap, so öppis
Ironisches. Warum mached ihr das so und nöd i konventionellerer
Form?
Will mir Spass händ, das äso z'mache.
Aber uf äm neue Album bin ich nöme nur ironisch. Aber
mängisch mach ich mich au über mich sälber luschtig
und ich find, dass das villne fählt.
Bim Song "3MF" (drüü
Motherfuckers) ziehsch ächli über anderi HipHopper
här. Isch das nöd ächli veraltet und verbruucht?
Ja sicher, aber du häsch doch die letscht
Strophä vom däm Lied sicher au glosed, oder? Det chum
ich ja sälber au no dra.
Das schtimmt. Häsch das müese
mache?
Nei. Sicher nöd. Wänn, dänn
mach ich das für mich.
Häsch jetzt ächli versuecht,
vo däm Bitch-Image ewäg z'cho?
Ja. Schtört dich das?
Das han ich dich jetzt grad wellä
fräge.
Ich verändere mich genau wie jede andere
Mänsch, aber sicher nöd us Kalkül. Ich han kei
Bock bim zweite Album nomal s'Gliiche z'verzellä. Das isch
ja jetzt au scho drüü Jahr här. Also weisch, wänn
än 50 Cent mit sim zweite Album sini Fängmeind nöd
wott enttüüsche, dänn find ich, macht das Sinn.
Scho rein finanziell. Du wotsch dänä Lüüt,
wo dich ufebracht händ, das büüte, wo si vo dir
erwartet. Aber das mues ich nöd.
Du finsch es ächli schad, dass sich
dis erschte Album nur 1300 mal verchauft hät. Häsch
drum jetzt ächli än Imagewächsel gmacht, demit
chli meh Albene chasch verchaufe?
Nei. Ihr wänd mir jetzt understelle,
dass ich min Imagewächsel durezoge han, demit ich meh Albene
verchauf.
Genau.
Das chasch so nöd säge.
Mis Label hät sich id'Hose gschisse.
Die wüssed nöd, wäm mer das chönt verchaufe,
verschtasch? Die wüssed gar nöd, wär s'Ziilpublikum
isch, wänn ich das so mach.
Won ich s'Album glosed han, han ich s'Gfühl
gha, es isch so für 15-16jährigi Meitli, wo äs
bitzli rebällisch sind.
So än Seich!
So än Art revolutionäre Alternative
zu dä Britney Spears. Ich bin ä Frau und ich bin schtarch.
So Pop halt.
Ja, natürlich isch äs Pop. Äs
isch Unterhaltigsmusig. Hey lueg, ich wär froh, wenn sich
das Album meh würd verchaufe, als mis erschte. Die Lüüt
vom Label sind mini Fründe. Die händ Gäld usgäh
für mich, und ich hoffe, dass das Gäld wieder inechunt.
Aber ihr chönd mir nöd underschtellä, dass ich
das nur wägem Gäld gmacht han. Äs schtimmt eifach
so nöd.
Wirsch du eigentlich uf dä Schtrass
agschproche? Känned dich d'Lüüt?
Nei.
Und nach dä Konzert. Chömmed
da d'Lüüt und mached Schprüch vowäge Bitch
und so?
Nei. Nöd so. Also bi dä letschte
Tour isch es scho ein, zwei Mal müehsaam worde. Aber suscht
nöd.
Und wie isch das allgemein so i dä
Hip-Hop-Szene. Häsch da gar kei Müeh als Frau?
Ich kenn nöd so vill i dä Hip-Hop-Szene.
Ich bin halt au ächli us däm usegwachse. Und alles,
was neu naacho isch, die känn ich ja nöd so. Ich känn
no Lüüt vo früener. Aber ich gang nüme is
UG a Partys.
Chömemer zrugg zu dim neue Album.
Da häts jetz au vill neui Sounds druf. Häsch dich ächli
göffned?
Ja. Das heisst jetzt aber nöd, dass ich
Hip Hop scheisse find, gell!
Aber häsch s'Gfühl, mit schwule
Bitches und so häsch das chöne ändere?
Es isch im Fall nöd mis erklärte
Läbensziel, andere Lüüt d'Scheuklappe chöne
wägznäh. Aber wänn das doch funktioniert, isch
das schön. Klar gits Lüüt, wo nöd uf schwuli
Bitches aaschpräched. Äs chönd ja nöd immer
alli 100% zfride sii. Ich au nöd. Obwohl: Ich bin mit däm
Album würklich zfride. Ich han würklich Freud dra.
Aber das het nie funktioniert, wänn ich's allne het wellä
Rächt mache.
Wievill verchaufsch jetzt vo dim neue Album?
Kei Ahnig. Ich ha nonig naagfräged. Ich
ha chli Schiss. (lacht)
Ich find, du singsch huere guet.
Würklich? Merci. (lacht)
Ja. Scho. Wotsch nöd ämal äs
Album ufnäh, wo du nume singsch?
Nei. Han ich überhaupt nöd vor.
Aber eigentlich bisch ächli ä
Sensibli, gäll?
Ja. (lacht)
Und wieso häsch eigentlich so vill
features uf dim Album? Das mached doch alli. Mues das sii?
Ja, eh. Aber features zeiged nur, wie wenig
Kollege, dass du eigentlich häsch.
Mit wäm hetsch dänn gern no äs
feature gmacht und häsch es nöd übercho? Mit äm
Bligg?
Nei.
Spieled sie eigentlich dis Video uf VIVA?
Nei, sie händs nöd id Rotation gno.
Wieso dänn?
Es seg ne z'freakig, heissts. Ich weiss au
nöd.
Aber die sölled doch ächli Schwiizer
Hip Hop fördere, oder?
Ja, machets au, drum lauft ja die ganz Ziit
Brandhärd.
Brandhärd? Scheisse!
Ja, schlimm. "Rap isch Reinigung"
und so.
www.bigzis.com
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