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Nr. 133 / Juli 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Brian Wilson, Ibrahim Ferrer (10. Juli 2005, Auditorium Stravinski) | Montreux Jazz Festival
Das verschmitzte Lächeln der Grandseigneurs

Brian Wilson & Ibrahim Ferrer (unten)
Wenn am 10. Juli Brian Wilson und Ibrahim Ferrer im Auditorium Stravinski die Bühne beehren, dann mag dies als ein Aufeinandertreffen zweier völlig gegensätzlicher Künstler erscheinen. Wer jedoch die Biographien der beiden etwas genauer studiert, kann durchaus Parallelen entdecken: Beide Karrieren erhielten in späten Jahren nochmals unerwartet neuen Schwung und beide prägten die Musikgeschichte ihres Heimatlandes entscheidend mit.

Von Michael Fässler.

Ibrahim Ferrer, der zierliche Greis mit der Schiebermütze, dürfte mittlerweile nicht mehr nur einem Nischenpublikum ein Begriff sein, seit Ry Cooder und Wim Wenders dem musizierenden Senioren 1999 in ihrem Dokumentarfilm "Buena Vista Social Club" ein Denkmal gesetzt haben. Ferrers Karriere startete jedoch bereits mit 12 Jahren, als seine Mutter starb und er sich fortan als Strassenmusiker verdingen musste. Im Laufe seiner Karriere spielte er in diversen Formationen, konnte auch einige Kleinerfolge in der kubanischen Szene verbuchen, der grosse Durchbruch blieb aber aus, sodass er nebenbei auch immer noch Lottoscheine verkaufte und Schuhe putzte. Erst als Ry Cooder ihn zufällig auf den Strassen Havannas entdeckte, konnte Ferrer seiner Karriere zu einem späten Zeitpunkt doch noch eine Krone aufsetzen. Wer Ibrahim Ferrer einmal auf der Bühne stehen gesehen hat wenn er den Bolero singt, der weiss, dass die im Film ausgedrückte Spielfreude keineswegs ausgeklügeltes Method-Acting war, sondern dass dies der Ibrahim Ferrer ist, wie er leibt und lebt. Und dies auch noch mit beinahe achtzig Lenzen auf dem Buckel.

Wilsons Karriere hingegen erlebte ihre erste Initialzündung bereits, als dieser knapp dem Teenageralter entwachsen war und mit den Beach Boys die ersten Erfolge feiern konnte. In früher Adoleszenz am Erfolg und den gewachsenen Ansprüchen beinahe zerbrochen, komponierte er 1965 praktisch im Alleingang "Pet Sounds", welches neben "Sgt. Peppers" der Beatles als wichtigstes Popalbum überhaupt gehandelt wird. Ganze 40 schwierige Jahre geprägt von Drogenkonsum und Depressionen dauerte es, bis Wilson das Nachfolgealbum und das ambitionierteste Projekt seiner Karriere beenden konnte. Scheiterte Wilson früher an den Erwartungen der Presse und des Publikums, waren es dieses Mal seine eigenen Ansprüche, die ihm die Fertigstellung verhinderten. "Smile", dieses Monster wurde letztes Jahr veröffentlicht und begeisterte Fachpresse und Fans gleichermassen. Nun kehrt Wilson ohne die Beach Boys, aber mitsamt Orchester auf die grossen Bühnen der Welt zurück und stellt "Smile" im Rahmen seiner Europa-Tour auch am Genfersee live vor.


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