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Favez | Old and Strong in the Modern Times
| Sticksister
Wuchtige Melancholie
Von Lukas Etter.
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Von wegen alt und tattrig. Favez, die
Lokalmatadoren aus "Lausanne, Switzerland" zeigen sich
auf ihrem neusten Album zwar reifer, aber noch lange nicht weniger
wuchtig. "Old and Strong in the Modern Times": Für
einmal ist der Name des Favez-Albums nicht eine Angabe des Herkunftsorts,
sondern kohärentes Formprinzip. Stark sind sie nach wie
vor, die vier Herren aus der Waadtländer Metropole. Aber
doch mittlerweile älter. Die elf Songs auf dem neuen Album
wurden in Spanien aufgenommen. Anders als auf den vorangehenden
Alben Bellefontaine Avenue (2003) und From Lausanne,
Switzerland (2002) wurde das Songskelett nicht durch die
Gitarrenriffs, sondern von Bassist Yvan Lechef und Schlagzeuger
Fabrice M. konstruiert. Erst in einem zweiten Schritt hängten
Guy Bee und Frontmann Chris W. ihre fleischigen Gitarrenriffs
zwischen die Knochen. Das ist hörbar: Ungewohnt viele Fills
auf Seiten des Drummers, schöne verzerrte Parts auf Seiten
des Viersaiters. Besonders im Einstieg zu "Colored Machines"
setzen sich Drummer und Bassist unverhohlen in Szene und machen
den Song so zugleich zum Höhepunkt des Albums.
Wo aber bleibt die versprochene Reife? Ein
kurzer Blick auf die Texte zeigt ein Konzentrat an Selbstreflexion:
"What are you gonna do with my life?" (im gleichnamigen
Song), "This world is not for me" (signifikanterweise
im "Desolation Blues"), "It's not easy filling
in, I need a place to call home" (in "I'm not ready
for the Wind"). Ein Zwitter aus Melancholie und Ichhabsfalschgemacht-Endzeitstimmung
lässt die Härchen im Nacken zu Berge stehen. Dies nicht
zuletzt, weil die kräftig und zweistimmig gesungenen Refrains
sich wie immer brutal schön anhören.
Live:
26.06.05 Greenfield Festival Interlaken
19.08.05 Swiss Rock Festival Herzogenbuchsee
20.08.05 Lieder und Kulturfestival Trogen
www.favez.com
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