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Nr. 131 / Mai 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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L'Algerino | Les Derniers Seront Les Premiers | Musikvertrieb
Energiereiche Träne

Von Gregor Frei.

Man stelle sich ein Banlieu in Marseille vor: Kriminalität, heruntergekommene Wohnblöcke, ein Klima der Aggression. Und nun ein junger Maghrebianer, der inmitten dieser Öde ein Mikrofon in die Hand nimmt, die Produzenten aus der Umgebung um Beats bittet und sich seine Wut aus der Seele - nicht schreit, sondern voll Besonnenheit spricht: Wie würde die dabei entstehende Musik tönen? Ja, ja, einfach wie Rap Français halt. Nur noch viel treffender. So klar hat schon lange kein Album aus Frankreich mehr die Stimmung des "vie dans la rue" wiedergegeben: Eine Mischung aus Traurigkeit, Energie und Spannung.

L'Algerino aus dem Umfeld von Psy 4 De La Rhyme ist dies mit seinem Debüt souverän gelungen. Profitiert hat er dabei vor allem von seinen hochstehenden Produzenten: IAM-Mastermind Akhenaton, der wieder einmal mit Filmmusik-Genie Bruno Coulais zusammenarbeitete, hat vier vor allem energiegeladene Beats beigesteuert, während Soprano, Herz und Motor von Psy 4, sich für wunderschöne Piano-Melancholien verantwortlich zeichnete. Einen weiteren Bärenanteil hat die noch unbekannte Sofiane Meziou beigesteuert, deren Produktionen sich gut in die Reihe der Soprano- und Akhenaton-Beats eingliedern.

Es ist deshalb kein Zufall, dass Les Derniers Seront Les Premiers einerseits an Akhenatons legendäres, von hypnotischer Melancholie triefendes Album Sol Invictus erinnert, andererseits durch die dramatischen Stimmungen immer wieder auch an Block Party von Psy 4 De La Rhyme. Zwei Scheiben wohlgemerkt, die zu den Besten aus Frankreich gehören. Auch das L'Algerino-Debüt wird noch viel zu reden geben. Musik, die durch tiefe Traurigkeit aufgewühlte Glücklichkeit entstehen lässt. Eine Perle.

www.361records.com


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