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L'Algerino | Les Derniers Seront Les Premiers
| Musikvertrieb
Energiereiche Träne
Von Gregor Frei.
Man stelle sich ein Banlieu in Marseille
vor: Kriminalität, heruntergekommene Wohnblöcke, ein
Klima der Aggression. Und nun ein junger Maghrebianer, der inmitten
dieser Öde ein Mikrofon in die Hand nimmt, die Produzenten
aus der Umgebung um Beats bittet und sich seine Wut aus der Seele
- nicht schreit, sondern voll Besonnenheit spricht: Wie würde
die dabei entstehende Musik tönen? Ja, ja, einfach wie Rap
Français halt. Nur noch viel treffender. So klar hat schon
lange kein Album aus Frankreich mehr die Stimmung des "vie
dans la rue" wiedergegeben: Eine Mischung aus Traurigkeit,
Energie und Spannung.
L'Algerino aus dem Umfeld von Psy 4 De La
Rhyme ist dies mit seinem Debüt souverän gelungen.
Profitiert hat er dabei vor allem von seinen hochstehenden Produzenten:
IAM-Mastermind Akhenaton, der wieder einmal mit Filmmusik-Genie
Bruno Coulais zusammenarbeitete, hat vier vor allem energiegeladene
Beats beigesteuert, während Soprano, Herz und Motor von
Psy 4, sich für wunderschöne Piano-Melancholien verantwortlich
zeichnete. Einen weiteren Bärenanteil hat die noch unbekannte
Sofiane Meziou beigesteuert, deren Produktionen sich gut in die
Reihe der Soprano- und Akhenaton-Beats eingliedern.
Es ist deshalb kein Zufall, dass Les Derniers
Seront Les Premiers einerseits an Akhenatons legendäres,
von hypnotischer Melancholie triefendes Album Sol Invictus
erinnert, andererseits durch die dramatischen Stimmungen immer
wieder auch an Block Party von Psy 4 De La Rhyme. Zwei
Scheiben wohlgemerkt, die zu den Besten aus Frankreich gehören.
Auch das L'Algerino-Debüt wird noch viel zu reden geben.
Musik, die durch tiefe Traurigkeit aufgewühlte Glücklichkeit
entstehen lässt. Eine Perle.
www.361records.com
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