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Nr. 131 / Mai 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Patrice | Nile | Nation Music
Fliessend, aber mit Akzent

Von Lukas Etter.

Wie das Wasser des Nils fliesst's zum einen Ohr rein - und bleibt dort. Die Songs, die der mittlerweile 25-Jährige auf dem Album Nile liefert, überzeugen. Bei einem Blick auf die Texte ist man allerdings versucht, dieses Urteil postwendend zu revidieren. Passagen wie "We've got one eye on the future and the other on our money" (in "Soul Storm") oder "Music is my mission and Jah work's my assignment" tönen schon fast zu missionarisch-gutmenschlerisch.

Doch hier setzt das Schöne des Reggae ein: Man verzeiht ihm in Sachen Text so gut wie alles. Schliesslich waren auch Marleys Texte nie besonders verspielt oder komplex hintergründig (man untersuche nur einmal "Three Little Birds"). Lieber straightforward die einfache (und dadurch aussagekräftige) Message postulieren, dafür mehr Energie in die Musik setzen - dies scheint auch bei Patrice die Devise zu sein. Und der Gesang, Hand in Hand mit dem obligaten Pidgin-Akzent, sorgt dann definitiv dafür, dass ihm für die genannten Textpassagen verziehen wird. Doch nicht nur in Sachen Text knüpft Patrice an alte Reggae-Traditionen an: Mit "It Hurts to Be Alone" liefert er eine (zum Kitsch neigende) Coverversion des wenig bekannten Wailers-Titels.

Alles in allem zeugt die Stimmung der achtzehn Songs von einem meditativen Charakter, welche im Gegensatz zu den Texten alles andere als missionarisch anmutet. Mal glasklar wie San Pellegrino, mal verspielt wie ein Wirbel, mal statisch wie das Flussdelta. Keep swimming.

Live:
7.5. Fri-Son, Fribourg
8.5. Palais X-Tra, Zürich

www.patriceonline.de


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