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Patrice | Nile | Nation Music
Fliessend, aber mit Akzent
Von Lukas Etter.
Wie das Wasser des Nils fliesst's zum
einen Ohr rein - und bleibt dort. Die Songs, die der mittlerweile
25-Jährige auf dem Album Nile liefert, überzeugen.
Bei einem Blick auf die Texte ist man allerdings versucht, dieses
Urteil postwendend zu revidieren. Passagen wie "We've got
one eye on the future and the other on our money" (in "Soul
Storm") oder "Music is my mission and Jah work's my
assignment" tönen schon fast zu missionarisch-gutmenschlerisch.
Doch hier setzt das Schöne des Reggae
ein: Man verzeiht ihm in Sachen Text so gut wie alles. Schliesslich
waren auch Marleys Texte nie besonders verspielt oder komplex
hintergründig (man untersuche nur einmal "Three Little
Birds"). Lieber straightforward die einfache (und dadurch
aussagekräftige) Message postulieren, dafür mehr Energie
in die Musik setzen - dies scheint auch bei Patrice die Devise
zu sein. Und der Gesang, Hand in Hand mit dem obligaten Pidgin-Akzent,
sorgt dann definitiv dafür, dass ihm für die genannten
Textpassagen verziehen wird. Doch nicht nur in Sachen Text knüpft
Patrice an alte Reggae-Traditionen an: Mit "It Hurts to
Be Alone" liefert er eine (zum Kitsch neigende) Coverversion
des wenig bekannten Wailers-Titels.
Alles in allem zeugt die Stimmung der achtzehn
Songs von einem meditativen Charakter, welche im Gegensatz zu
den Texten alles andere als missionarisch anmutet. Mal glasklar
wie San Pellegrino, mal verspielt wie ein Wirbel, mal statisch
wie das Flussdelta. Keep swimming.
Live:
7.5. Fri-Son, Fribourg
8.5. Palais X-Tra, Zürich
www.patriceonline.de
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