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Erik Truffaz | Saloua | EMI
Truffaz Truffes: mit überraschender Füllung
Von Adrian Wettstein.
Nach dem ungeheuren Erfolg von The Dawn
und Truffaz' weiteren Alben hat die Jazzszene grosse Erwartungen
an das neuste Werk des Schweizer Trompeters. Ein weiteres Mal
vermag Truffaz mit einer musikalischen Kehrtwende zu überraschen.
Saloua ist deutlich von World Music Einflüssen geprägt.
Das letzte Album von Eric Truffaz war ja ein Plädoyer für
einen langsameren Weltengang, nämlich den "Walk of
the Giant Turtle". So hat sich Truffaz auch genug Zeit genommen,
um sein neues Album Saloua zu entwickeln. Sein Sound hat aber
nach wie vor nichts mit harmlos trendigem Chill Out zu tun.
Jazz ist für den Schweizer Trompeter
nicht ein Herumspielen mit schönen Formen, sondern ein Medium,
um sich mit der heutigen Welt und ihren Problemen auseinanderzusetzen;
Jazz hatte in seinen Ursprüngen eine revolutionäre
soziale Dimension und soll nach Truffaz' Meinung auch heute noch
an Grenzen stossen und diese womöglich aufbrechen. So rappen
etwa im Song "Yabous" der tunesische Sänger Mounir
Troudi und der Rapper Nya nebeneinander in Englisch und Arabisch
über die Sinnlosigkeit des Krieges.
Auch musikalische Grenzen werden auf dem neuen
Album wieder einige durchbrochen: "Big Wheel" ist ein
schöner Track auf Dub-Grundlage, "Ghost Drummer"
ist eher harter Jazz-Rock, während "Tantrik" stellenweise
an frühere D&B-Ausflüge erinnert. Deutlich spürbar
ist der Einfluss von Mounir Troudi, mit dem Erik Truffaz seit
dem Album Mantis zusammenspielt. Das von Mounir komponierte "Gedech"
etwa ist ambitionierte Ambient World Music. Wer Erik Truffaz
bereits kennt, wird an Saloua seine Freude haben. Wieder einmal
liefert er ein gewohnt ungewohntes musikalisches Hörerlebnis.
Allen anderen sei empfohlen, sich einmal auf dieses Wagnis einzulassen
und durchzuhalten, wenn vertraute Hörerwartungen immer wieder
durchbrochen werden.
www.eriktruffaz.com
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