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Nr. 131 / Mai 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Erik Truffaz | Saloua | EMI
Truffaz Truffes: mit überraschender Füllung

Von Adrian Wettstein.

Nach dem ungeheuren Erfolg von The Dawn und Truffaz' weiteren Alben hat die Jazzszene grosse Erwartungen an das neuste Werk des Schweizer Trompeters. Ein weiteres Mal vermag Truffaz mit einer musikalischen Kehrtwende zu überraschen. Saloua ist deutlich von World Music Einflüssen geprägt. Das letzte Album von Eric Truffaz war ja ein Plädoyer für einen langsameren Weltengang, nämlich den "Walk of the Giant Turtle". So hat sich Truffaz auch genug Zeit genommen, um sein neues Album Saloua zu entwickeln. Sein Sound hat aber nach wie vor nichts mit harmlos trendigem Chill Out zu tun.

Jazz ist für den Schweizer Trompeter nicht ein Herumspielen mit schönen Formen, sondern ein Medium, um sich mit der heutigen Welt und ihren Problemen auseinanderzusetzen; Jazz hatte in seinen Ursprüngen eine revolutionäre soziale Dimension und soll nach Truffaz' Meinung auch heute noch an Grenzen stossen und diese womöglich aufbrechen. So rappen etwa im Song "Yabous" der tunesische Sänger Mounir Troudi und der Rapper Nya nebeneinander in Englisch und Arabisch über die Sinnlosigkeit des Krieges.

Auch musikalische Grenzen werden auf dem neuen Album wieder einige durchbrochen: "Big Wheel" ist ein schöner Track auf Dub-Grundlage, "Ghost Drummer" ist eher harter Jazz-Rock, während "Tantrik" stellenweise an frühere D&B-Ausflüge erinnert. Deutlich spürbar ist der Einfluss von Mounir Troudi, mit dem Erik Truffaz seit dem Album Mantis zusammenspielt. Das von Mounir komponierte "Gedech" etwa ist ambitionierte Ambient World Music. Wer Erik Truffaz bereits kennt, wird an Saloua seine Freude haben. Wieder einmal liefert er ein gewohnt ungewohntes musikalisches Hörerlebnis. Allen anderen sei empfohlen, sich einmal auf dieses Wagnis einzulassen und durchzuhalten, wenn vertraute Hörerwartungen immer wieder durchbrochen werden.

www.eriktruffaz.com


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