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Afrob | Hammer | Nation Music
Hammerkraft
Von Gregor Frei.
Ein Hammer? Tut weh, ist kaum zu bremsen
und trifft sehr präzis. Eigenschaften, von welchen sich
Afrobs neustes Werk kaum unterscheidet: Das Reimemonster greift
rücksichtslos die VIP-Gesellschaft an, entwickelt Energien,
die das Atomproblem lösen könnten und bewegt sich mit
messerscharfem, angreifenden Flow über die Beats. Diese
sind zum grössten Teil von Leuten aus den Staaten produziert,
was sich deutlich bemerkbar macht: hochtechnische Beats mit hellen,
drückenden Synthie-Klängen prägen das Album.
Es ist möglich, dass Afrob damit die
Chance verpasst hat, eine eigene Identität aufzubauen, die
sich vom Trend des momentan erfolgreichen Deutschraps absetzt.
Der Stuttgarter vermischt aber sehr authentisch Party und Inhalt,
so dass er trotz musikalischer Angepasstheit seine Eigenständigkeit
bewahrt. Das Rassismus-Thema ist verschwunden, dafür wehrt
sich Afrob im von Wut geladenen "Stopp die Party" ganz
unverhohlen gegen "Vollidioten im Smoking und im Blazer"
und im grauen "WAS" vermittelt er deutliche Bilder
vom Vorstadtleben, dessen Tristesse ihn immer noch zu prägen
scheint.
In der Eröffnungsbombe "Wollt ihr
wissen..." wie auch im verblüffenden, vor Kraft strotzenden
"Geh dazu ab" bietet Afrob hingegen wahrhaftig hammerharte
Style-Feuerwerke. Was durchs ganze Album erhalten bleibt, ist
des Reimemonsters knallharter und trotzdem runder Flow sowie
eine abwehrende Resignation gegenüber der Gesellschaft,
die zu einer beunruhigenden, aggressiven Stimmung führt.
Afrob scheint Mikrofone zu fressen, verliert dabei aber glücklicherweise
den Stil nicht. Hammer ist ein Album, das seinen Namen
verdient. Das bisher beste und bissigste Werk vom weitherum unterschätzten
Stuttgarter.
Live:
25.6. Arena Festival, Orpund
www.afrob.com
In dieser Ausgabe:
Interview mit Afrob
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