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Nr. 131 / Mai 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Afrob | Hammer | Nation Music
Hammerkraft

Von Gregor Frei.

Ein Hammer? Tut weh, ist kaum zu bremsen und trifft sehr präzis. Eigenschaften, von welchen sich Afrobs neustes Werk kaum unterscheidet: Das Reimemonster greift rücksichtslos die VIP-Gesellschaft an, entwickelt Energien, die das Atomproblem lösen könnten und bewegt sich mit messerscharfem, angreifenden Flow über die Beats. Diese sind zum grössten Teil von Leuten aus den Staaten produziert, was sich deutlich bemerkbar macht: hochtechnische Beats mit hellen, drückenden Synthie-Klängen prägen das Album.

Es ist möglich, dass Afrob damit die Chance verpasst hat, eine eigene Identität aufzubauen, die sich vom Trend des momentan erfolgreichen Deutschraps absetzt. Der Stuttgarter vermischt aber sehr authentisch Party und Inhalt, so dass er trotz musikalischer Angepasstheit seine Eigenständigkeit bewahrt. Das Rassismus-Thema ist verschwunden, dafür wehrt sich Afrob im von Wut geladenen "Stopp die Party" ganz unverhohlen gegen "Vollidioten im Smoking und im Blazer" und im grauen "WAS" vermittelt er deutliche Bilder vom Vorstadtleben, dessen Tristesse ihn immer noch zu prägen scheint.

In der Eröffnungsbombe "Wollt ihr wissen..." wie auch im verblüffenden, vor Kraft strotzenden "Geh dazu ab" bietet Afrob hingegen wahrhaftig hammerharte Style-Feuerwerke. Was durchs ganze Album erhalten bleibt, ist des Reimemonsters knallharter und trotzdem runder Flow sowie eine abwehrende Resignation gegenüber der Gesellschaft, die zu einer beunruhigenden, aggressiven Stimmung führt. Afrob scheint Mikrofone zu fressen, verliert dabei aber glücklicherweise den Stil nicht. Hammer ist ein Album, das seinen Namen verdient. Das bisher beste und bissigste Werk vom weitherum unterschätzten Stuttgarter.

Live:
25.6. Arena Festival, Orpund

www.afrob.com

In dieser Ausgabe:
Interview mit Afrob


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