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Ausgabe Nr. 125 vom 7. April 2005
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The Ring 2 | von Hideo Nakata | Horror | United International Pictures
Der Kreis der Angst schliesst sich

Nach den unheimlichen Ereignissen des ersten Teils von "The Ring", die Rachel und ihr Sohn Aidan knapp überlebt haben, flüchten die beiden in die Provinz. Doch der Racheengel Samara findet sie im Sequel "The Ring 2" auch dort wieder: und diesmal wird Samara nicht so leicht abzuschütteln sein.

Von Harry Witzthum.

Der Fluch des rachsüchtigen Geists Samara geht mit dem US-Remake "The Ring 2" in die zweite Runde. Sechs Monate nach den unheimlichen Geschehnissen des ersten Teils, welche die Journalistin Rachel Keller (Naomi Watts) und ihren Sohn Aidan (David Dorfman) in der Gestalt von Samaras fluchbeladenem Video heimgesucht haben, flüchten beide vor den schauerlichen Erinnerungen in ein kleines ruhiges Küstenstädtchen im US-Staat Oregon. In diesem Nest suchen sie einen Neuanfang jenseits von Angst und Alpträumen. Doch zu ihrem grossen Schreck erfährt Rachel bald, dass sich ein mysteriöser Todesfall in der Nachbarschaft ereignet hat, bei dem ein unbeschriftetes Video im Spiel war. Bald wird offensichtlich: der Geist Samaras ist zurück. Und diesmal wird sich ihr Fluch nicht einfach abschütteln lassen, denn in "The Ring 2" hat Samara es auf Aidan selbst abgesehen

Dem Produzententeam rund um "The Ring 2" gelang der Coup, den japanischen Regisseur Hideo Nakata für das Remake zu gewinnen, der sich schon für die erfolgreichen Originale der Ring-Trilogie als Regisseur verantwortlich zeichnete. Sein unvergleichlicher Stil floss daher auch in diesen Film ein. Mit sparsamsten Mitteln fern jeglicher Effekthascherei baut Nakata eine unheilsschwere Spannung und allgegenwärtige Bedrohung in seinen Filmen auf. Er versteht es wie kaum ein zweiter, mit den tief verborgenen Urängsten der Zuschauer meisterhaft zu spielen. Ein vorbeihuschender Schatten an der Wand, die grobkörnige Aufnahme einer sich das Haar kämmenden Frau genügen, um dem Filmpublikum Schauer über den Rücken zu jagen. Dem Soundtrack des Films kommt dabei eine wichtige Rolle zu: das Summen und Knistern elektronischer Geräte fügt sich mit der Musik zu Klängen zusammen, die der sowieso schon bedrückenden Atmosphäre noch grössere Intensität verleihen.

Wie in seinen anderen Filmen ("Ringu", "Dark Water") treten auch in "The Ring 2" zwei Motive prominent in Erscheinung: da ist zum einen das Element des Wassers, das als Vorbote des Bösen eine zentrale Rolle spielt. Als Kind wurde Samara von ihrer Pflegemutter in einen Brunnen geworfen, in dem sie kläglich und einsam ertrank. Nun benutzt sie das Wasser als Kanal, um mit ihrem Fluch auf die Lebenden einzuwirken; da ist zum anderen aber auch die Mutter-Tochter-Beziehung und der bedingungslose Charakter der Liebe, die zwischen beiden herrscht. Nakata thematisiert die Gefahren, die in einer solchen Liebe für das Kind stecken können - dann nämlich, wenn es von der Mutter verraten wird. Samaras grausame Rache wird selbst nach ihrem Tod von einer unerfüllten Sehnsucht nach wahrer Mutterliebe angetrieben und genährt. Sie will sich Aidans bemächtigen, um durch ihn die Liebe Rachels zu erfahren und Ruhe zu finden. Nakata zeichnet Samara als eine ambivalente Figur, vor der wir nicht nur Angst empfinden, sondern für die wir auch Mitgefühl haben können - denn aus der Perspektive eines ungerecht behandelten Kindes werden ihre Handlungen mithin verständlich. Wenn auch das Remake nicht an das Original herankommt, so liefert "The Ring 2" doch intelligentes Horrorkino, das den Zuschauer garantiert aufschreien lassen wird.

Ab dem 31. März 2005 im Kino.

Originaltitel: The Ring 2 (USA 2005)
Regie: Hideo Nakta
Darsteller: Naomi Watts, Simon Baker, David Dorfman, Sissy Spacek, Gary Cole, Emily Vancamp, Kelly Stables, u.a.
Dauer: 111 min.
CH-Verleih: United International Pictures

www.ring2-themovie.com

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