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The Ring 2 | von Hideo Nakata
| Horror | United International Pictures
Der Kreis der Angst schliesst sich
Nach den unheimlichen
Ereignissen des ersten Teils von "The Ring", die Rachel
und ihr Sohn Aidan knapp überlebt haben, flüchten die
beiden in die Provinz. Doch der Racheengel Samara findet sie
im Sequel "The Ring 2" auch dort wieder: und diesmal
wird Samara nicht so leicht abzuschütteln sein.
Von Harry Witzthum.
Der Fluch des rachsüchtigen
Geists Samara geht mit dem US-Remake "The Ring 2" in
die zweite Runde. Sechs Monate nach den unheimlichen Geschehnissen
des ersten Teils, welche die Journalistin Rachel Keller (Naomi
Watts) und ihren Sohn Aidan (David Dorfman) in der Gestalt von
Samaras fluchbeladenem Video heimgesucht haben, flüchten
beide vor den schauerlichen Erinnerungen in ein kleines ruhiges
Küstenstädtchen im US-Staat Oregon. In diesem Nest
suchen sie einen Neuanfang jenseits von Angst und Alpträumen.
Doch zu ihrem grossen Schreck erfährt Rachel bald, dass
sich ein mysteriöser Todesfall in der Nachbarschaft ereignet
hat, bei dem ein unbeschriftetes Video im Spiel war. Bald wird
offensichtlich: der Geist Samaras ist zurück. Und diesmal
wird sich ihr Fluch nicht einfach abschütteln lassen, denn
in "The Ring 2" hat Samara es auf Aidan selbst abgesehen
Dem Produzententeam rund um "The
Ring 2" gelang der Coup, den japanischen Regisseur Hideo
Nakata für das Remake zu gewinnen, der sich schon für
die erfolgreichen Originale der Ring-Trilogie als Regisseur verantwortlich
zeichnete. Sein unvergleichlicher Stil floss daher auch in diesen
Film ein. Mit sparsamsten Mitteln fern jeglicher Effekthascherei
baut Nakata eine unheilsschwere Spannung und allgegenwärtige
Bedrohung in seinen Filmen auf. Er versteht es wie kaum ein zweiter,
mit den tief verborgenen Urängsten der Zuschauer meisterhaft
zu spielen. Ein vorbeihuschender Schatten an der Wand, die grobkörnige
Aufnahme einer sich das Haar kämmenden Frau genügen,
um dem Filmpublikum Schauer über den Rücken zu jagen.
Dem Soundtrack des Films kommt dabei eine wichtige Rolle zu:
das Summen und Knistern elektronischer Geräte fügt
sich mit der Musik zu Klängen zusammen, die der sowieso
schon bedrückenden Atmosphäre noch grössere Intensität
verleihen.
Wie in seinen anderen Filmen
("Ringu", "Dark Water") treten auch in "The
Ring 2" zwei Motive prominent in Erscheinung: da ist zum
einen das Element des Wassers, das als Vorbote des Bösen
eine zentrale Rolle spielt. Als Kind wurde Samara von ihrer Pflegemutter
in einen Brunnen geworfen, in dem sie kläglich und einsam
ertrank. Nun benutzt sie das Wasser als Kanal, um mit ihrem Fluch
auf die Lebenden einzuwirken; da ist zum anderen aber auch die
Mutter-Tochter-Beziehung und der bedingungslose Charakter der
Liebe, die zwischen beiden herrscht. Nakata thematisiert die
Gefahren, die in einer solchen Liebe für das Kind stecken
können - dann nämlich, wenn es von der Mutter verraten
wird. Samaras grausame Rache wird selbst nach ihrem Tod von einer
unerfüllten Sehnsucht nach wahrer Mutterliebe angetrieben
und genährt. Sie will sich Aidans bemächtigen, um durch
ihn die Liebe Rachels zu erfahren und Ruhe zu finden. Nakata
zeichnet Samara als eine ambivalente Figur, vor der wir nicht
nur Angst empfinden, sondern für die wir auch Mitgefühl
haben können - denn aus der Perspektive eines ungerecht
behandelten Kindes werden ihre Handlungen mithin verständlich.
Wenn auch das Remake nicht an das Original herankommt, so liefert
"The Ring 2" doch intelligentes Horrorkino, das den
Zuschauer garantiert aufschreien lassen wird.
Ab dem 31. März 2005 im
Kino.
Originaltitel: The Ring 2 (USA
2005)
Regie: Hideo Nakta
Darsteller: Naomi Watts, Simon Baker, David Dorfman, Sissy Spacek,
Gary Cole, Emily Vancamp, Kelly Stables, u.a.
Dauer: 111 min.
CH-Verleih: United International Pictures
www.ring2-themovie.com
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