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Bücher, AutorInnen & Comics 11. Dezember 2004
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Seth: "Eigentlich ist das Leben schön" & "Clyde Fans" | Edition 52
Früher war alles besser

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Der deutsche Verlag Edition 52 hat im letzten Monat gleich zwei Bücher des kanadischen Autors Seth veröffentlich. Endlich, denn seine Werke sind jetzt schon Klassiker.

Von Giovanni Peduto.

Beide Bücher haben etwas gemeinsam: sie setzen sich mit der Vergangenheit auseinander. "Eigentlich ist das Leben schön" ist Seths Erstlingswerk und auf englisch bereits 1997 erschienen. Darin stellt der Autor Nachforschungen zu einem vergessenen Cartoonisten namens Kalo an, der in den 40er und 50er Jahren für Magazine Karikaturen anfertigte. Nachdem der kanadische Zeichner durch Zufall in einem Trödelladen alte Magazine mit dessen Comic-Strips findet, beginnt für ihn eine manische Suche nach mehr Material und v.a. nach Informationen über das Leben des vergessenen Künstlers. So beginnt eine Reise, die ihn an verschiedene Ortschaften Kanadas bringt, aber auch in die Vergangenheit des Karikaturisten und seiner eigenen führt.

Tipps für den Produkteverkauf
"Clyde Fans" beginnt 1997 und endet 1957. Im ersten Teil befinden wir uns im Haus und ehemaligen Büro des Ventilatorenverkäufers Abraham Matchcard. Die Zeit scheint in diesem Haus mit altem Mobiliar und Kalendern aus den 50ern Jahren still zu stehen und der Besitzer völlig von der Aussenwelt abgekapselt zu leben. In ruhigem aber unermüdlichen Rhythmus wandert er durch das Haus und erzählt dem Leser Aufstieg und Niedergang der Firma Clyde Fans Company. Er präsentiert eine regelrechte Abhandlung über den erfolgreichen Handlungsreisenden, verrät Tipps, um Produkte zu verkaufen und berichtet von seinen eigenen Erfahrungen. Immer wieder erwähnt er seinen verstorbenen Bruder Simon, der im Haus ein zurückgezogenes Leben führte und Postkarten sammelte. Simon erweist sich als das pure Gegenteil von seinem geschäftstüchtigen Bruder. So unterscheidet sich auch der zweite Teil des Buches, das im Gegensatz zum ersten mit wenig Worten auskommt, vom ersten. Um dennoch etwas aus seinem Leben zu machen versucht sich Simon 1957 als Vertreter von Clyde Fans Company. Für einen Mann, der die Einsamkeit bevorzugt, keine leichte Aufgabe.

Zeichnerische Schlichtheit
Beide Bücher überzeugen vor allem durch die zeichnerische Schlichtheit (die Bilder haben viel mit Kalos Strips gemeinsam) und durch die langsame narrative Entwicklung der Geschichten. Der Autor lässt sich beim Erzählen viel Zeit und die Bilder vermitteln seine Suche nach Einsamkeit und Ruhe. Dass sich beide Bücher mit der Vergangenheit befassen mag nicht verwundern, ist doch der Autor, der mehrheitlich Kleider im 50er Jahre trägt, in "Eigentlich ist das Leben schön" mehr Verständnis für die vergangenen Zeiten zu zeigen. Seth ist ein Nostalgiker und als solcher hat er eine Schwäche für die Comic-Klassiker der 40er und 50er Jahren. So fallen immer wieder Zitate und Anekdoten aus "Peanuts", "Little Orphan Annie" oder "Dick Tracy". Und mit Recht kann man behaupten, dass Seths Bücher bereits als Klassiker gelten können.

176 Seiten, 156 Seiten

www.drawnandquarterly.com

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