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Bea Schilling: "Unter Sternschnuppen
und andere Geschichten" | Erzählungen | Edition 8
Verblassende Sternschnuppen
Ein Buch voller erfüllten
und unerfüllten Wünsche, von der erotischen Spannung
menschlicher Kontraste und dem Hunger nach süss, aber auch
bitter gewürztem Leben.
Von Marco Durrer.
Die sternschnuppenreichste Nacht
des Jahrhunderts verbringt die adoleszente Judith unfreiwillig
auf einem schmalen Felsband kauernd. Mit diesem Bild der Verlorenheit
beginnt die Titelgeschichte dieses kurzen Erzählbandes,
in der rückblickend der Entwicklungsweg einer nach Lebensinhalten
suchenden Anti-Heldin nachgezeichnet wird, der von quälenden
Gefühlsverwirrungen, enttäuschend scheiternden menschlichen
Bindungen und vielen Wünschen gesäumt ist. Der literarische
Höhepunkt der Geschichte bildet wohl ihr sinnreich zirkulär
an den Anfang zurückführendes Ende.
Ein bisschen Alpenromantik und
von der Anziehung der Gegensätze
In den sechs weiteren Erzählungen berichtet die Autorin
aus dem Kleinbürgertum der fünfziger- und sechziger
Jahren von der schwierigen Liebe einer Städterin zum rauhen
Sennen Casper, von der unerfüllten Sehnsucht des Schafhirten
Toni nach der unwiderstehlichen Kuhhirtin Marietta, von der Verlogenheit
religiöser Sektenangehörigkeit, vom Gegensatz zweier
Schwestern mit städtischem bzw. ländlichem Lebenswandel,
vom unerfüllenden Ménage à trois dreier Aussteiger
und noch von einer schwierigen Liebe einer älteren Schweizerin
zu einem jungen pakistanischen Asylbewerber.
So einfach, einleuchtend und
eingängig diese Geschichten auch daherkommen, so menschlich
die in ihrem Hunger nach dem anderen Geschlecht und die an ihren
eigentlich bescheidenen Wünschen scheiternden Protagonisten
auch agieren, so enttäuschend gesucht, klischeehaft und
platt mutet manchmal ihre Beschreibung an und so konstruiert
erscheinen die Handlungsstrukturen. Erzählungen, die ab
und an in ihrer Menschlichkeit und Liebe zum Detail aufleuchten,
jedoch beinah so schnell wie eine Sternschnuppe wieder verblassen.
154 Seiten, SFr. 28.--
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Zum Autor
Bea Schilling
Bea Schilling, geboren 1944 in
Biel, studierte in Zürich Forstwirtschaft, anschliessend
arbeitete sie freiberuflich in Wald-, Land- und Alpwirtschaft.
Die Alptagebücher dienten später als Rohmatierial für
ihr Werk "Alpwesen, Unwesen & andere Wesen - Erzählungen
aus Grenzbereichen". In "Wiegenlied mit Spätfolgen
- Aus dem Leben einer Co-Alkoholikerin", beschreibt
sie ihre kurze und dramatische Ehe mit einem Alkoholiker. Heute
lebt und arbeitet sie in Zürich und Winterthur.
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