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Bücher, AutorInnen & Comics 11. Dezember 2004
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Bea Schilling: "Unter Sternschnuppen und andere Geschichten" | Erzählungen | Edition 8
Verblassende Sternschnuppen

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Ein Buch voller erfüllten und unerfüllten Wünsche, von der erotischen Spannung menschlicher Kontraste und dem Hunger nach süss, aber auch bitter gewürztem Leben.

Von Marco Durrer.

Die sternschnuppenreichste Nacht des Jahrhunderts verbringt die adoleszente Judith unfreiwillig auf einem schmalen Felsband kauernd. Mit diesem Bild der Verlorenheit beginnt die Titelgeschichte dieses kurzen Erzählbandes, in der rückblickend der Entwicklungsweg einer nach Lebensinhalten suchenden Anti-Heldin nachgezeichnet wird, der von quälenden Gefühlsverwirrungen, enttäuschend scheiternden menschlichen Bindungen und vielen Wünschen gesäumt ist. Der literarische Höhepunkt der Geschichte bildet wohl ihr sinnreich zirkulär an den Anfang zurückführendes Ende.

Ein bisschen Alpenromantik und von der Anziehung der Gegensätze
In den sechs weiteren Erzählungen berichtet die Autorin aus dem Kleinbürgertum der fünfziger- und sechziger Jahren von der schwierigen Liebe einer Städterin zum rauhen Sennen Casper, von der unerfüllten Sehnsucht des Schafhirten Toni nach der unwiderstehlichen Kuhhirtin Marietta, von der Verlogenheit religiöser Sektenangehörigkeit, vom Gegensatz zweier Schwestern mit städtischem bzw. ländlichem Lebenswandel, vom unerfüllenden Ménage à trois dreier Aussteiger und noch von einer schwierigen Liebe einer älteren Schweizerin zu einem jungen pakistanischen Asylbewerber.

So einfach, einleuchtend und eingängig diese Geschichten auch daherkommen, so menschlich die in ihrem Hunger nach dem anderen Geschlecht und die an ihren eigentlich bescheidenen Wünschen scheiternden Protagonisten auch agieren, so enttäuschend gesucht, klischeehaft und platt mutet manchmal ihre Beschreibung an und so konstruiert erscheinen die Handlungsstrukturen. Erzählungen, die ab und an in ihrer Menschlichkeit und Liebe zum Detail aufleuchten, jedoch beinah so schnell wie eine Sternschnuppe wieder verblassen.

154 Seiten, SFr. 28.--

Zum Autor
Bea Schilling

Bea Schilling, geboren 1944 in Biel, studierte in Zürich Forstwirtschaft, anschliessend arbeitete sie freiberuflich in Wald-, Land- und Alpwirtschaft. Die Alptagebücher dienten später als Rohmatierial für ihr Werk "Alpwesen, Unwesen & andere Wesen - Erzählungen aus Grenzbereichen". In "Wiegenlied mit Spätfolgen - Aus dem Leben einer Co-Alkoholikerin", beschreibt sie ihre kurze und dramatische Ehe mit einem Alkoholiker. Heute lebt und arbeitet sie in Zürich und Winterthur.

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