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Spurlos verschwunden im Regenwald
"Seine Stimme fehlt uns!"

Einzigartige Natur in Sarawak: Orang-Utan Baby (oben), Hornbill
Vogel und Rafflesia Blume (unten)

Proboscis Affe (nasalis larvatus)
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Quelle:
Bruno-Manser-Fonds
(www.bmf.ch) |
Am 25. Mai 2000 ist der
Schweizer Umweltaktivist Bruno Manser spurlos verschwunden. Noch
immer haben die Spekulationen darüber, was passiert sein
könnte, kein Ende gefunden. Eines ist aber sicher: Bruno
Manser hat mit aller Kraft für seine Überzeugung gekämpft
und sich dabei durch nichts und niemanden aufhalten lassen. Die
tragische Geschichte eines Basler Dickkopfs stimmt einen nachdenklich.
Von Nicole Disler.
Die Penan sind eines der letzten
existierenden Nomadenvölker. Bruno Manser lebte von 1984
bis 1990 als einer der ihren im Regenwald ihrer Heimat dem Sarawak.
Ein grünes Paradies im Nordwesten Borneos.
Die offizielle Tourismus-Homepage von Sarawak preist das kleine
Land in Malaysia als Juwel Asiens. Man findet Bilder von exotischen
Tieren und Pflanzen und kann sich eine Karte anschauen, in der
die unzähligen Naturschutzgebiete eingezeichnet sind. Man
erfährt von Blumen, so gross wie ein Kaffeetischchen, die
keine Wurzeln haben und nach faulem Fleisch "duften",
von Affen, welche die Eingeborenen aufgrund ihrer auffälligen
Nasen "Holländeraffen" nennen und vielen weiteren
einzigartigen Besonderheiten der Flora und Fauna Borneos. In
der Realität jedoch dröhnt das Kreischen von Kettensägen
durch diese Idylle.
Der Proboscis Affe, so der korrekte
Name des "Holländeraffen", ist weltweit vom Aussterben
bedroht. Knapp tausend Exemplare leben im Sarawak. Die Regierung
hat zwar die Wildererei verboten, und die Proboscis Affen unter
Naturschutz gestellt, doch existiert dieser Schutz eigentlich
weitgehend auf dem Papier. Obwohl die Penan Affen töten,
um sie zu essen, sind sie nicht die eigentliche Gefahr für
diese Spezies. Sehr viel schlimmere Folgen hat die Abholzung
des natürlichen Habitats der Proboscis Affen durch die grossen
Holzkonzerne. Paradoxerweise wird so nach aussen durch den Schutz
der Affen Umweltbewusstsein demonstriert, in Wirklichkeit jedoch
wird die Lebensgrundlage dieser Tiere mit Billigung der Regierung
zerstört. Dies ist nur ein Beispiel für die verzwickte,
politische Sachlage in Belangen des Naturschutzes in Malysia.
Denn obwohl der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle ist, und
dafür eine intakte Natur die Grundlage bildet, ist auch
die Holzindustrie ein gewichtiger, finanzieller Faktor.
Bruno Manser floh 1990 zurück
in die Schweiz, um von hier aus, den Kampf gegen die weltweite
Abholzung der Regenwälder aufzunehmen. Einerseits um die
Natur zu bewahren und andererseits um die Menschenrechte der
letzten Penan zu verteidigen, deren Lebensgrundlage durch die
Waldrodung ebenso zerstört wird. Dafür leistete er
vollen Einsatz. Seine Aktionen reichten von einem Hungerstreik
auf dem Bundesplatz inklusive gemütlichem "Strick-Intermezzo"
mit Ruth Dreifuss bis zu einem spektakulären Absprung mit
dem Fallschirm in Begleitung seines treuen Kopiloten "Gumperli"
(ein Lamm) über dem UNO Sitz in Genf . Eigentlich war dieser
Sprung in Malaysia geplant, Gumperli war als symbolträchtiges
Friedensgeschenk für den Chief Minister in Kuching vorgesehen.
Doch die Regierung von Malaysia wollte kein Lamm und schon gar
keinen schweizer Umweltaktivisten im Land haben. Obwohl der gesunde
Menschenverstand Bruno Manser Recht geben muss, änderte
sich bisher auch in unserem Land sehr wenig. Trotz genügend
(nachwachsendem) Holzbestand direkt vor unserer Haustüre,
importiert die Schweiz immer noch Tropenhölzer. Auch eine
allgemeine Deklarationspflicht, wie sie beim Rindfleisch innert
weniger Wochen realisiert werden konnte, gibt es für Holz
noch nicht.
Am 22. Mai 2000 brach Bruno Manser
auf, um trotz Einreiseverbot und Kopfgeld, welches auf ihn ausgesetzt
worden war, seinen Freunden, den Penan zu Hilfe zu eilen. Der
Plan war, vom indonesischen Teil Borneos, Kalimantan, über
die grüne Grenze in den Sarawak zu gelangen. Dort kam er
vermutlich niemals an. Jegliche Suchaktionen blieben bisher erfolglos.
Im Mai 2001 wurde auf dem Bundesplatz in Bern ein Mahnbaum für
Bruno Manser aufgestellt. "Seine Stimme fehlt uns!"
hiess es in einem persönlichen Brief, den Ruth Dreifuss
zu diesem Anlass durch Mansers Schwester verlesen liess. Sie
drückte darin ihre Bewunderung für den Umweltaktivisten
und Menschenrechtler aus.
Es sollte mehr Stimmen wie die
von Bruno Manser geben. Stimmen die nicht verstummen, selbst
wenn sie nicht mehr erklingen; Und die lautstark und mit Nachdruck
eine faire Behandlung der Natur und seiner Lebewesen, einschliesslich
aller Menschen fordern.
Bücher von Bruno Manser:
Stimmen aus dem Regenwald (1992)
Tagebücher aus dem Regenwald (1984-1990) mit vielen Zeichnungen
und Skizzen von Bruno Manser
www.bmf.ch
>>> Bruno-Manser-Fonds,
Bücher von Bruno Manser und weitere Produkte
de.wikipedia.org/wiki/Bruno_Manser
>>> Die Facts über
B. Manser
www.sarawaktourism.com/
>>> Die "heile Welt"
in Sarawak
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