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Kinofilm "Genesis"
Am Anfang war das Nichts
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Viel Glück!
Vollständige Teilnahmebedingungen
unter Verlosungen.
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"Genesis" ist
der zweite Streich von Claude Nuridsany und Marie Pérennou,
den Machern des Welterfolgs "Microcosmos", und erzählt
von der Geburt unseres Universums bis hin zu dem ersten Auftauchen
von Leben auf der Erde. Der Film vermag vor allem durch seine
faszinierenden und poetischen Bildern überzeugen, doch wie
verhält es sich mit dem Inhalt? Dient der Film bloss ästhetischem
Zweck oder ist er wissenschaftlich gesehen genauso lobenswert?
Von Ivana Leiseder.
Der Mythos vom Anfang, unser
aller Geschichte, wird einem vom Protagonisten Natur dargeboten,
die so manche Hollywoodschauspieler in den Schatten stellt. In
einer überaus blumigen Sprache wird die Geschichte von einem
afrikanischen Schamanen kommentiert, der mit seiner Metaphorik
und geheimnisvollen Art die Zuschauer überzeugen kann. Man
fühlt sich in die früheste Kindheit zurückversetzt,
wenn der Zauberer märchenhafte Sätze spricht wie: "Es
ist die Liebe, die mich aus dem Nichts gezogen hat. Dann hatte
ich zwei Leben. Das eine habe ich im Bauch meiner Mutter verbracht.
Das andere in der grossen, weiten Welt." Genesis erzählt
also von zwei ineinander verflochtenen Schicksalen: der unendlichen
Geschichte des Universums und der einzigartigen Erfahrung des
eigenen Lebens.
Am Anfang war das Nichts
Am Anfang, d.h. bei der
Entstehung des Universums vor 15 Milliarden Jahren, war das Nichts
- darin sind sich Schamane und Wissenschaft einig. Forscher
nehmen an, dass es das Nichts selber war, das ein Vakuum erzeugt
hat, das den Urknall in Gang gesetzt hat. Eine Energiezuckung
des Vakuums ist für den Urknall verantwortlich. Dass der
Urknall tatsächlich stattgefunden hat, ist heute ebenfalls
aufgrund einer immer noch vorhandenen kosmischen Hintergrundstrahlung,
die das ganze Universum erfüllt, bewiesen.
Inflation
Unmittelbar nach dem
Urknall war das frisch geborene All kleiner als ein Atomkern,
doch nach weniger als einer Billionstel Sekunde dehnte sich das
Universum schlagartig auf astronomische Grösse aus. In der
Konzentration der Energie gab es einige Unregelmässigkeiten,
die ebenfalls wuchsen. Zusammen mit dieser Konzentration und
dem Drang des Vakuums, sich auszudehnen, erfolgte die so genannte
"Inflation", die chaotische Expansion des Alls. Aus
der ungeordneten Urmaterie entstanden Sterne und Galaxie. So
wie sich Wasserdampf in Tröpfchen niederschlägt, hat
sich im aufquellenden Weltall ein Grossteil der ungeheuren Anfangsenergie
zu Elementarteilchen und Atomen kondensiert. Die ersten Atome
waren bloss Wasserstoff und Helium, die das gesamte Universum
füllten, doch sehr bald nachdem die Erde aus Kometengestein
geboren war, d.h. in der thermonuklearen Glut der Sterne, bildeten
sich immer weitere Elemente, darunter Sauerstoff und Kohlenstoff,
die Baumaterialien für das Leben. Die Materie hat sich also
in ihren ersten drei Minuten Verblüffenderweise selbst zusammengestellt.
Ursuppe und die Erfindung
von Sex
Aus den oben genannten
chemischen Bausteinen entwickelte sich auf dem jungen Planeten
Erde eine Ursuppe, in der Aminosäuren und Nukleotide schwammen,
jene Moleküle, aus denen sich später Eiweisse und Gene
zusammenfügten. Die Gene fanden in Fetttröpfchen, die
im Ozean schwammen und in denen sich Nährstoffe sammelten,
eine geschützte Umgebung und das Grundelement allen heutigen
Lebens - die Zelle - entstand. Blaualgen, die ersten
Einzeller, besiedelten die Ozeane und der Kampf ums Dasein begann.
Was aber danach kam, der Weg zur Vielfalt der irdischen Kreaturen,
war weit schwieriger als der rasende Start des Lebens selbst.
Die Entwicklung der Organismen stockte gleich nach Startschuss
und die Einzeller verbrachten fast zwei Milliarden Jahre alleine
auf dem Planeten Erde - bis eine erstaunliche Erfindung der
Evolution auf die Sprünge verhalf: Der Sex. Verschiedene
Wesen begannen, ihr Erbgut zu vermischen und somit offenbarte
sich eine ungeheure Fülle an neuen Möglichkeiten. Durch
Verschmelzung verschiedener Bakterien entstanden vor etwa zwei
Milliarden Jahren die ersten Organismen mit Zellkern, die Eukaryonten,
dann Pilze und Pflanzen. Ein drei Milliarden währender Evolutionsprozess
entwickelte sich, während dem sich das Leben vom Wasser
aufs Land ausdehnte und an dessen fortläufigem Ende der
Mensch steht. Wie genau sich dieser Prozess vollzog, ist den
Wissenschaftlern schleierhaft und sie haben bis heute nicht darin
reüssiert, das erste entstandene Tier ausfindig zu machen.
Gelungene Schulstunde
Der erzählende Schamane als auch die Wissenschaft sind sich
in allen angesprochenen Punkten einig, jedoch verzichtet der
Film auf eine ausführliche wissenschaftliche Darlegung und
belässt es bei schulfreundlichen Sätzen, vermittelt
also bloss eine Grundlage. Die ganze Entstehung des Universums
und des Lebens auf Erden, wie wir alle sie schon mehrere Male
gehört haben, wird durch einige wenige Kommentare kund gegeben
und man erfährt einmal mehr unser aller Geschichte - diesmal
begleitet von prachtvollen und poetischen Bildern, die das Ganze
sehr faszinierend machen. Eine interessante Schulstunde in knapp
anderthalb Stunden wird einem vermittelt. Der Film ist nicht
jenen Menschen zu empfehlen, die auf eine wissenschaftliche Darlegung
aus sind, zumal der Fokus auf das Bildmaterial gerichtet ist
und der Film kaum Neues bietet. Zum Nachdenken regt er aber allemal
an und wer sich verzaubern lassen und noch einmal ein wenig Kindsein
erleben will, ist mit diesem Film genau richtig.
Stefan Klein, Die Tagebücher
der Schöpfung - Vom Urknall zum geklonten Menschen,
2. Auflage Januar 2001, Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH &
Co, München.
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