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Bücher, Autoren & Comics 11. Oktober 2004
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China Miéville: "Die Narbe" & "Leviathan" | Romane
China Miéville legt noch mal nach

Dieser junge Autor, der mit seiner Perdido Street Station schon ein vielfach gerühmtes und mit Preisen ausgezeichnetes Werk vorgelegt hat, schafft es das vorher genante Werk zu topppen.
Wieder spielt die Geschichte in der Welt von Perdido Street Station. Doch der Moloch New Crobuzon spielt nur eine untergeordnete Rolle.

Von Matti Johan Martin.

Bellis Schneewein muss aus New Crobuzon fliehen. Sie ist nämlich eine ehemalige Liebhaberin Grimnubulin. Eben jenem Hauptprotagonisten von Perdido Street Station (Deutsche Übersetzung aufgeteilt in "Die Falter" und "Der Weber", beide Bastei Lübbe), der von der Polizei / Miliz gesucht wird. Alle möglichen Menschen, die mit Grimnubulin etwas zu tun haben oder hatten, werden von der Miliz abgeführt und verschwinden. Deshalb macht sich Bellis auf in eine weit entfernte Kolonie, um unter zu tauchen. Doch auf dem Wege dahin wird ihr Schiff gekapert. Sie wird in eine riesige Stadt gebracht, die komplett aus Schiffen besteht. Dort wird ihr mitgeteilt, dass diese Stadt namens Armada ihre neue Heimat sein wird. Denn jeder, der unfreiwillig ,eingebürgert' wurde, darf Armada nicht mehr verlassen.

Neue Heimat
Mit ihrer neuen Heimat wird Bellis richtig vertraut. Vielmehr zeiht sie sich in ihre Arbeit in der Bibliothek zurück. Bald erfährt sie dann auch, dass die Verliebten, die Herrscher ihres Bezirks, einen gewagten Plan verfolgen. Durch Informanten haben sie erfahren, dass ein wichtiger Wissenschaftler an Bord von Bellis Schiff war. Dieser hilft den Verliebten auch, ihr Vorhaben in die Tat um zu setzen. Die Verliebten planen, einen Avanc vor Armada zu spannen, der dank seiner Grösse und Kraft die Stadt zu ziehen vermag. Dieses Vorhaben ist nur ein Teilstück ihres wirklichen Plans.

Bravourstück
Miéville gelingt es spielend, den Leser zu fesseln. Immer wieder tauchen Figuren und farbenfrohe Details auf, die einen ,Sense of wonder' auslösen. Die Protagonisten leben förmlich, auch wenn nicht jede Figur so genau beschrieben wird. Vielleicht liegt dies auch an der gelungenen Übersetzung von Eva Bauche-Eppers, dass dieser Zweiteiler flüssiger zu lesen ist. Jedenfalls ist Miéville ein Glanzstück gelungen. Wer wirklich Phantastik als eigene Literaturgattung herausheben will, der sollte diese beiden Bücher gelesen und in seiner Bibliothek stehen haben.

Bastei-Lübbe, Seiten 526, CHF 15.90 ("Die Narbe) / Seiten 477, CHF 16.50 ("Leviathan")

www.luebbe.de

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