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Fantasy des Monats:
Von China Miéville
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China Miéville: "Die
Narbe" & "Leviathan" | Romane
China Miéville legt noch
mal nach
Dieser junge Autor, der
mit seiner Perdido Street Station schon ein vielfach gerühmtes
und mit Preisen ausgezeichnetes Werk vorgelegt hat, schafft es
das vorher genante Werk zu topppen.
Wieder spielt die Geschichte in der Welt von Perdido Street Station.
Doch der Moloch New Crobuzon spielt nur eine untergeordnete Rolle.
Von Matti Johan Martin.
Bellis Schneewein muss aus New
Crobuzon fliehen. Sie ist nämlich eine ehemalige Liebhaberin
Grimnubulin. Eben jenem Hauptprotagonisten von Perdido Street
Station (Deutsche Übersetzung aufgeteilt in "Die Falter"
und "Der Weber", beide Bastei Lübbe), der von
der Polizei / Miliz gesucht wird. Alle möglichen Menschen,
die mit Grimnubulin etwas zu tun haben oder hatten, werden von
der Miliz abgeführt und verschwinden. Deshalb macht sich
Bellis auf in eine weit entfernte Kolonie, um unter zu tauchen.
Doch auf dem Wege dahin wird ihr Schiff gekapert. Sie wird in
eine riesige Stadt gebracht, die komplett aus Schiffen besteht.
Dort wird ihr mitgeteilt, dass diese Stadt namens Armada ihre
neue Heimat sein wird. Denn jeder, der unfreiwillig ,eingebürgert'
wurde, darf Armada nicht mehr verlassen.
Neue Heimat
Mit ihrer neuen Heimat wird Bellis richtig vertraut. Vielmehr
zeiht sie sich in ihre Arbeit in der Bibliothek zurück.
Bald erfährt sie dann auch, dass die Verliebten, die Herrscher
ihres Bezirks, einen gewagten Plan verfolgen. Durch Informanten
haben sie erfahren, dass ein wichtiger Wissenschaftler an Bord
von Bellis Schiff war. Dieser hilft den Verliebten auch, ihr
Vorhaben in die Tat um zu setzen. Die Verliebten planen, einen
Avanc vor Armada zu spannen, der dank seiner Grösse und
Kraft die Stadt zu ziehen vermag. Dieses Vorhaben ist nur ein
Teilstück ihres wirklichen Plans.
Bravourstück
Miéville gelingt es spielend, den Leser zu fesseln. Immer
wieder tauchen Figuren und farbenfrohe Details auf, die einen
,Sense of wonder' auslösen. Die Protagonisten leben förmlich,
auch wenn nicht jede Figur so genau beschrieben wird. Vielleicht
liegt dies auch an der gelungenen Übersetzung von Eva Bauche-Eppers,
dass dieser Zweiteiler flüssiger zu lesen ist. Jedenfalls
ist Miéville ein Glanzstück gelungen. Wer wirklich
Phantastik als eigene Literaturgattung herausheben will, der
sollte diese beiden Bücher gelesen und in seiner Bibliothek
stehen haben.
Bastei-Lübbe, Seiten 526,
CHF 15.90 ("Die Narbe) / Seiten 477, CHF 16.50 ("Leviathan")
www.luebbe.de
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