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Bücher, Autoren & Comics 11. Oktober 2004
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Burkhard Spinnen: "Der Reservetorwart" | Erzählungen
Pin-up-Girls und Neuanfang

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Sie sind keine Helden, sie haben nichts Aussergewöhnliches vollbracht. Die Männer in Burkhard Spinnens Erzählband sind mitte vierzig und leben ein normales Leben. Doch dann ereignet sich bei allen eine Katastrophe. Vom (versuchten) Ehebruch, über die fristlose Kündigung bis zum Schmerzpatienten, der plötzlich keinen Schmerz mehr spürt.

Von Stephan Sigg.

Was macht man(n), wenn mit über vierzig die eigene Werbe-Agentur kurz vor dem Bankrott steht? Für den geschiedenen Wollgast scheint der Suizid durch einen Autounfall der einzige Ausweg. Auch Ortwein steckt in einer Lebenskrise. Er hat seine Frau seit genau zehn Jahren nicht mehr betrogen. Das will er jetzt schleunigst ändern. Und da ist auch noch der ewige "Reservetorwart" Thomas, der vergeblich jahrelang auf seinem Einsatz wartet, als es dann aber doch soweit ist, versagt er kläglich.

Keine Gefühlsdusselei
Es sind tragisch-komische Lebensschicksale, die Burkhard Spinnen in seinen kurzen und knappen Geschichten zeichnet. Die einen Lebensentwürfe scheinen von Anfang zum Scheitern vorprogrammiert, die anderen hingegen geraten völlig unerwartet in den Abgrund. Spinnen beweist, dass solche Texte aber überhaupt nichts mit Gefühlsdusselei zu tun haben müssen. Er erzählt ohne Wertung die Realität, ohne dabei jeweils eine Portion Ironie ins Spiel zu bringen. "Der Reservetorwart" ist ein kurzweiliges, erfrischendes Lesevergnügen. Die Lektüre bereitet Spass und fordert manche Attacke auf die Lachmuskeln.

Schöffling & Co, 214 Seiten, CHF 34.30

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