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Burkhard Spinnen: "Der Reservetorwart"
| Erzählungen
Pin-up-Girls und Neuanfang
Sie sind keine Helden,
sie haben nichts Aussergewöhnliches vollbracht. Die Männer
in Burkhard Spinnens Erzählband sind mitte vierzig und leben
ein normales Leben. Doch dann ereignet sich bei allen eine Katastrophe.
Vom (versuchten) Ehebruch, über die fristlose Kündigung
bis zum Schmerzpatienten, der plötzlich keinen Schmerz mehr
spürt.
Von Stephan Sigg.
Was macht man(n), wenn mit über
vierzig die eigene Werbe-Agentur kurz vor dem Bankrott steht?
Für den geschiedenen Wollgast scheint der Suizid durch einen
Autounfall der einzige Ausweg. Auch Ortwein steckt in einer Lebenskrise.
Er hat seine Frau seit genau zehn Jahren nicht mehr betrogen.
Das will er jetzt schleunigst ändern. Und da ist auch noch
der ewige "Reservetorwart" Thomas, der vergeblich jahrelang
auf seinem Einsatz wartet, als es dann aber doch soweit ist,
versagt er kläglich.
Keine Gefühlsdusselei
Es sind tragisch-komische Lebensschicksale, die Burkhard Spinnen
in seinen kurzen und knappen Geschichten zeichnet. Die einen
Lebensentwürfe scheinen von Anfang zum Scheitern vorprogrammiert,
die anderen hingegen geraten völlig unerwartet in den Abgrund.
Spinnen beweist, dass solche Texte aber überhaupt nichts
mit Gefühlsdusselei zu tun haben müssen. Er erzählt
ohne Wertung die Realität, ohne dabei jeweils eine Portion
Ironie ins Spiel zu bringen. "Der Reservetorwart" ist
ein kurzweiliges, erfrischendes Lesevergnügen. Die Lektüre
bereitet Spass und fordert manche Attacke auf die Lachmuskeln.
Schöffling & Co, 214
Seiten, CHF 34.30
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